Bildungskatalog: SED-Diktatur und deutsche Teilung

Seite ausdrucken
zurück zur Ergebnisliste
neue Suche

Jugendliche in der Ära Honecker - vereinnahmt oder eigensinnig?

Art des Materials

Arbeitsheft mit Unterrichtsbausteinen

Kurzbeschreibung

Die starre ideologische Ausrichtung des SED-Staates ließ Jugendliche in der DDR schnell in Konflikt mit der Obrigkeit geraten. Schon von frühester Kindheit an, sollten die Jungen und Mädchen im Sinne des Staates zu willfährigen Genossen erzogen werden, die gerade in der Jugendorganisation "Freie Deutsche Jugend" (FDJ) zur Kampf- und Kaderreserve der Staatspartei SED heranwachsen sollten. Die wenigen, die eine Mitgliedschaft in der Jugendorganisation verweigerten, mussten mit Nachteilen in der Ausbildung und Berufswahl rechnen. In der Ära des Staats- und Parteichefs Erich Honecker wurde die Funktion der FDJ als "Kampfreserve der SED" sogar in das Statut der FDJ aufgenommen. Die vorliegende Unterrichtsreihe legt ihren Schwerpunkt auf die siebziger und achtziger Jahre.
Dabei konzentriert sich die Unterrichtsreihe auf die Darstellung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), die Möglichkeiten und Grenzen der Berufswahl für Jugendliche, die Punkbewegung und die Rolle des Sports.
Einen breiten Raum wird dem Thema "MfS" eingeräumt. Das MfS nahm auch Jugendliche und junge Erwachsene ins Visier. Jugendliche und junge Erwachsene waren stets überproportional in den MfS-Gefängnissen inhaftiert. Wer sich nicht wie eine "sozialistische Persönlichkeit" verhielt, wurde vom MfS verfolgt. Gleichzeitig wurden bereits Jugendliche als Spitzel für das MfS angeworben und verpflichtet.
Als weiteres Thema bietet sich ein Blick in die Bildungs- und Berufsmöglichkeiten der Jugendlichen an. Die FDJ-Mitgliedschaft und eine mögliche Auffälligkeit beim MfS konnten wesentlich die Berufschancen der Jugendlichen beeinflussen. Die Berufswahl ging nicht nur nach den individuellen Wünschen der betroffenen Jugendlichen vonstatten, sondern richtete sich auch nach den Interessen der Eltern und der SED. Die Berufsfindung war an den Bedürfnissen der Planwirtschaft in der DDR orientiert - entsprechend wurden die Jugendlichen gelenkt.
Eine weitere Unterrichtssequenz widmet sich der Freizeitgestaltung, insbesondere dem Musikgeschmack der Jugend in der DDR. Um ein wenig Individualität zu bewahren, orientierten sich immer mehr Jugendliche an der aus Großbritannien kommenden Punk-Bewegung. Punk-Musik und -Aussehen war eine Alternative zur staatlich verordneten Musik in den Rundfunkanstalten, und Kleidung und Aussehen hoben sich von den DDR-Normen deutlich ab. Der SED-Staat allerdings wollte keine alternativen jugendlichen Subkulturen dulden und verfolgte die Punks durch Polizei und MfS.
Sozialistische Erziehungsziele und die Vereinnahmung von Jugendlichen für den SED-Staat sollten auch durch das DDR-Sportsystem erreicht werden. Dies wird in einer weiteren Unterrichtssequenz beleuchtet. Am Beispiel der aus den USA in die DDR überschwappenden Trendsportart Surfen (DDR-Deutsch: "Brettsegeln") wird deutlich, wie sich die DDR zunächst gegen diesen neuen Trend zu wehren versuchte, dann jedoch in die bestehenden staatlichen Sportstrukturen integrieren wollte, um weiterhin die Kontrolle über die Sportler zu behalten.
Welche Entwicklungen es in der Alltagssprache der Jugendlichen in der DDR gab, welche Wortschöpfungen Trend waren und welche Bedeutung die Sprache der Jugend im SED-Staat hatte, ist Thema der letzten Unterrichtssequenz.

Didaktische Aufbereitung

Die sechs Unterrichtssequenzen enthalten jeweils einen einführenden Text und einen didaktisch-methodischen Kommentar. Diese beiden Texte sollen eine inhaltliche Einführung in das jeweilige Thema ermöglichen und aufzeigen, wie die Problematik jeweils an die Schüler herangetragen werden könnte. Als Materialien werden jeweils Arbeitsblätter mit Bild- und Textquellen für den Unterricht hinzugefügt, die mit Arbeitsaufträgen versehen sind.

Herausgeber/Institution

Der Berliner Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

Bibliographische Angabe, Technische Hinweise

Demke, Elena/Kayser, Jörg (Hg.): Jugendliche in der Ära Honecker - vereinnahmt oder eigensinnig? Fachdidaktische Unterrichtsbausteine zur Geschichte der DDR. Berlin 2002 (= FachDidaktische Hilfen 1; Werkstatt DDR-Geschichte für die Schule 1)

Bezugsmöglichkeit, Preis

Berliner Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

Verwendbar für Klassenstufe:

5-10, 11-13

Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern:

Geschichte, Politik, Sozialkunde, Deutsch

Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e):

1950er, 1960er, 1970er, 1980er