Fotos und Dokumente

Fotos / Bildmaterial

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung verfügt über keine eigenen Fotobestände zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Vielfältiges Bildmaterial liegt jedoch in den Archiven des Bundes und der Länder, in kommunalen Archiven und Stiftungen sowie in kommerziellen Bildarchiven.

Um sich einen Überblick über das vorhandene Bildmaterial zu verschaffen, lohnt ein Blick in die Literatur zum Thema. Insbesondere im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag des Volksaufstandes 2003 sind nahezu alle verfügbaren Fotos bereits veröffentlicht worden. Eine ausführliche Bibliografie zum DDR-Volksaufstand, die Sie in der stiftungseigenen Bibliothek recherchieren und ausleihen können, finden Sie unter dem Menüpunkt "Literatur" .

Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Archive und Einrichtungen vor, die für eine Recherche nach Bildmaterial zum DDR-Volksaufstand hilfreich sind:


Bundesarchiv
Das Bundesarchiv verfügt über den wohl umfangreichsten Bildbestand zum 17. Juni 1953. Die Datenbank kann ohne Registrierung genutzt und vorhandene Bilder recherchiert werden. Die Suche berücksichtigt die Bildbestände aus dem Bundesarchiv, dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA), dem Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst (ADN) – Zentralbild sowie die Nachlässe und Sammlungen von Privatpersonen. Die Nutzung der Bilder setzt eine Registrierung voraus und ist teilweise kostenpflichtig.

Archiv der sozialen Demokratie in der Friedrich-Ebert-Stiftung (AdsD)
Das Archiv der sozialen Demokratie hat zum 17. Juni 1953 einen Bildbestand von ca. 500 Fotos. Schwerpunkt ist das Geschehen in Berlin, es gibt jedoch auch Fotos aus Halle, Jena, Leipzig und Magdeburg. Eine Auswahl von Bildern und Dokumenten wird unter der Rubrik "Downloadangebote" kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Angebot dient dazu, kleinere Ausstellungen zu gestalten oder Bebilderungen in Eigenveröffentlichungen vornehmen zu können. Bei einer Bildnutzung ist die Quellenangabe anzugeben und dem Archiv mitzuteilen, wo und für welche Projekte die Vorlagen benutzt wurden.

Landesarchiv Berlin
Das Landesarchiv Berlin verwahrt eine umfangreiche Fotosammlung von insgesamt etwa 1,5 Millionen Motiven und hat eine Auswahl von Fotos zu verschiedenen Themen online gestellt. In der Themenauswahl lässt sich gezielt nach dem 17. Juni 1953 recherchieren. Die dort abgebildeten Fotos können schriftlich (auch via E-Mail und Fax) bestellt werden. Die Nutzung der Bilder ist entsprechend der Entgeltordnung kostenpflichtig.

Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
Auch in den Archiven des BStU liegen eine Vielzahl an Fotoaufnahmen, die im Zusammenhang mit dem Volksaufstand 1953 stehen. Eine Nutzung dieses Materials ist jedoch nur möglich, wenn Sie einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Bitte beachten Sie, dass die Antragsbearbeitung mehrere Monate dauern kann. Ein entsprechender zeitlicher Vorlauf ist daher unbedingt einzuplanen. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des BStU.

Vielfältiges Bildmaterial zum DDR-Volksaufstand gibt es auch bei einschlägigen kommerziellen Bildagenturen. Die Nutzung dieser Fotos ist generell kostenpflichtig. Bei den folgenden Agenturen können Sie vorhandenes Material über die Suchfunktion online und ohne Registrierung recherchieren:

Ullstein Bild
AP images (Associated Press)
b p k - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte
EURO-Photo Projekt der EU
ddp images GmbH

Bei den folgenden Agenturen können Sie vorhandenes Material über die Suchfunktion online und nur nach vorheriger Registrierung recherchieren:

akg images – Archiv für Kunst und Geschichte
picture alliance

Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 fand nicht nur in Berlin statt, sondern an über 700 Orten in der gesamten DDR. Auch in den Regionen fotografierten mutige Privatpersonen und Journalisten heimlich das Geschehen in den Städten und Dörfern. Deshalb sind kleinere Bildbestände in einigen regionalen Archiven überliefert.

Im Rahmen der Vorbereitung der Ausstellung "Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953" hat die Bundesstiftung Aufarbeitung alle Landesarchive sowie größere Kommunalarchive in den neuen Bundesländern angeschrieben und um Auskunft über thematisch einschlägige Bildbestände gebeten. Die nachfolgende Aufstellung gibt Hinweise darauf, in welchen Archiven Fotos zum 17. Juni 1953 auf regionaler und lokaler Ebene zu finden sind. Die Anzahl der vorhandenen Bildmotive variiert durchschnittlich zwischen zwei und zwanzig Motiven. Das Material ist zumeist nicht im Internet recherchierbar und nur auf Anfrage erhätlich. Es gelten die jeweiligen Nutzungsbedingungen und Entgeltordnungen der Archive.

Sächsisches Staatsarchiv Chemnitz

Stadtarchiv Gera
Ratsarchiv Görlitz (RAG)
Stadtarchiv Jena bzw. Archivportal Thüringen
Stadtarchiv Halle
Zeit-Geschichte(n) e.V. – Verein für erlebte Geschichte, Halle
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig (Stiftung Haus der Geschichte)
Archiv der Hansestadt Rostock

Dokumente

"Tarantel. Satirische Monatsschrift der Sowjetzone"

In der Bibliothek der Bundesstiftung Aufarbeitung befindet sich die vermutlich größte Sammlung von Ausgaben der Satire-Zeitschrift "Tarantel". Das im Oktober 1950 erstmals erschienene antikommunistische Satiremagazin wurde vom Journalisten Heinz W. Wenzel gegründet, der auch erster Chefredakteur war. Wenzel war nach 1945 zunächst als Redakteur des sowjetischen Nachrichtenbüros tätig. 1946 beantragte er beim französischen Presseamt in West-Berlin die Lizenz für eine Satirezeitschrift, woraufhin er von sowjetischen Diensten festgenommen und inhaftiert wurde. Nach seiner Entlassung gründete er die "Tarantel. Satirische Monatsschrift der Sowjetzone".

Die Tarantel nahm in klar antikommunistischer Ausrichtung und in zumeist einfacher Weise das politische System in der DDR, die Versorgungslage oder die hohle Propaganda der SED aufs Korn. Gedruckt in West-Berlin, wurde die Zeitschrift über zahlreiche Kanäle, z.B. auf dem Postweg oder über den Personenverkehr zwischen West- und Ostberlin, verbreitet. Zunehmende Grenzkontrollen erschwerten die Verteilung und durch den Mauerbau am 13. August 1961 brach das Vertriebssystem fast vollständig zusammen. Das letzte Heft erschien Anfang 1962.

Das aus Journalisten und Karikaturisten bestehende Team rund um den Gründer und Chefredakteur Heinz W. Wenzel arbeitete verdeckt in West-Berlin. Alle Mitarbeiter trugen Tarnnamen, so hieß beispielsweise Heinz W. Wenzel "Heinrich Bär" und sein Stellvertreter Walter Schulz-Heidorf "Wolfram Wolf". Dennoch stand die Redaktion unter ständiger Beobachtung und Bedrohung durch das Ministerium für Staatssicherheit. Bespitzelungen und Drohanrufe waren an der Tagesordnung. In der DDR galt die Tarantel als feindliche Propaganda, ihr Besitz und Vertrieb wurden mit Haftstrafen geahndet.

Nichtsdestotrotz fand die Tarantel in der Ostzone reißenden Absatz. Insgesamt erschienen 124 Monatsausgaben mit einer Auflage von bis zu 250.000 Exemplaren. Daneben gab es zahlreiche Sonderausgaben wie die Ausgabe "F" zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953, die zum Bibliotheksbestand der Bundesstiftung Aufarbeitung zählt. Darin finden sich zahlreiche Karikaturen zum Versagen der DDR-Regierung und der Niederschlagung des Aufstands durch das Eingreifen sowjetischer Streitkräfte. Die vollständige Sondernummer "F" sowie die übrigen Ausgaben der Tarantel können in der Bibliothek der Bundesstiftung Aufarbeitung eingesehen werden. Das Gros der Sammlung stammt aus dem Nachlass von Walter Schulz-Heidorf. Nähere Informationen zur Archiv- und Bibliotheksnutzung finden Sie hier.

 

Plakate

In der Stiftungsbibliothek befinden sich folgende Plakate und kartographische Darstellungen zum DDR-Volksaufstand:

  • Befehl des Militärkommandanten des sowjetischen Sektors von Berlin. Betrifft: Erklärung des Ausnahmezustandes im sowjetischen Sektor von Berlin. Berlin, 1953.
    [Signatur: O/s 60166]

  • Bekanntmachung Maßnahmen der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik ... Berlin, den 17. Juni 1953. Berlin, 1953.
    [Signatur: O/s 3399]

  • 17. Juni - Tag der deutschen Einheit / Hrsg.: Presse- und Informationsstelle des Bundesministeriums für gesamtdt. Fragen. [Ohne Ort], 1953.
    [Signatur: O/s 3387]

  • Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der sowjetischen Besatzungszone und in Ostberlin: eine kartographische Darstellung. [Bonn, (nach 1952)]
    [Signatur: EA 111 1889]