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17 – ein künstlerischer Animationsfilm über den 17. Juni 1953

Eine Produktion der Kulturingenieure, gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

In einer von historischen O-Tönen aus Ost- und Westfunk begleiteten surrealen Collage lässt der dreiminütige Animationsfilm die Stimmung des 17. Juni 1953 neu entstehen. Dabei werden wichtige Fragen beleuchtet, die in Zusammenhang mit den Ereignissen stehen: Was ist der Hintergrund der Revolte? Was fordern die Menschen? Wie reagiert die Staatsmacht? Wie wird der Aufstand in Ost und West kommentiert? Eindringlich erzählt der Film von der brutalen Reaktion durch die Staatsführung der DDR und von den durch die Situation des Kalten Kriegs beeinflussten unterschiedlichen Perspektiven in Ost und West. Das SED-Regime greift nicht nur mit harter Hand durch, sondern strickt binnen Tagen die Legende von einem lang geplanten und vom Westen gesteuerten faschistischen Putschversuch.

Umfrage: "Was ist ein Volksaufstand?"

Das Onlineportal DeineGeschichte hat eine Videoumfrage zum Volksaufstand am 17. Juni 1953 gestartet. Einige Antworten auf die Frage "Was ist ein Volksaufstand?" präsentieren wir Ihnen im folgenden Trailer.



Die Umfrage wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

17. Juni 1953 in Film und Fernsehen

Der DDR-Volksaufstand von 1953 ist Thema zahlreicher Dokumentationen, Spielfilme und sogenannter Dokudramen. In diesem PDF [460 KB] hat die Bundesstiftung Aufarbeitung eine Übersicht erstellt, die neben Angaben zu Inhalt und Länge der Filme auch Informationen bereitstellt, wo diese erhältlich sind.

Die neueste Dokumentation mit dem Titel "Wir wollen freie Menschen sein! Volksaufstand 1953" hat die Filmemacherin Freya Klier anlässlich des 60. Jahrestages gedreht. Im Mittelpunkt stehen die Ereignisse in der Region Leipzig und das Schicksal von Paul Ochsenbauer, dem jüngsten Opfer des DDR-Volksaufstandes. Freya Klier ist es gelungen, auf Grundlage von Gesprächen mit Familienangehörigen und Beteiligten des Aufstandes ein bewegendes Dokument zu erstellen – in Erinnerung an die sich damals mutig für Freiheit und Demokratie einsetzenden Menschen in Leipzig und der gesamten DDR. Die Uraufführung fand am 14. Mai 2013 in Leipzig statt. Am 27. Mai 2013 zeigt die Bundesstiftung Aufarbeitung den Dokumentarfilm in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung erstmals in Berlin. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Der Dokumentarfilm "Wir wollen freie Menschen sein!" wird auch im Fernsehen ausgestrahlt:
Sonntag, 16. Juni, 22.55 Uhr bei RTL
Montag, 17. Juni 2013 bei n-tv

Außerdem erscheint der Film inklusive didaktischem Begleitmaterial voraussichtlich Mitte Juni 2013 als DVD. Herausgeber sind das Katholische Filmwerk und die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Zeitzeugeninterviews

Die Berliner Heimatfilm GbR porträtierte in einer Interviewreihe sieben Zeitzeugen des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953. Die Interviews entstanden in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte und mit Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Trailer zur Interviewreihe



In den sieben Interviews berichten Zeitzeugen eindrücklich von ihren Erlebnissen während des Volksaufstandes in der DDR. In den Interviews werden auch persönliche Dokumente, Archiv-Fotos und historische Filmaufnahmen gezeigt. Erstmals wurden diese Zeitzeugeninterviews im Onlineportal DeineGeschichte veröffentlicht.

Siegfried Buchholz (Jahrgang 1939), hat als Schüler mit seiner Familie im Stadteil Berlin-Britz gewohnt und ging in West-Berlin zur Schule. Als er am Nachmittag des 17. Juni nach Hause kam, hörte er von den Ereignissen im RIAS, der stündlich berichtete.
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Günter Schliepdieck (Jahrgang 1936), lebte damals mit seiner Familie im sowjetisch besetzten Berlin-Karlshorst, als sich die Arbeiterproteste zum ersten Volksaufstand in der DDR ausweiteten.
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Hardy Firl (Jahrgang 1931), war 21 Jahre alt und bei MITROPA beschäftigt, als er sich am 17. Juni 1953 den Arbeiterprotesten in Ost-Berlin anschloss. Er unterstützte die Forderungen nach "Absetzung der Regierung", "Freie Wahlen" und "Verringerung der Arbeitsnormen". Hard Firl wurde festgenommen und saß wegen seiner Teilnahme am Aufstand bis 1956 im Gefängnis.
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Harry Springstubbe (Jahrgang 1933), war damals Mauerlehrling in der Stalinallee. Als sich die Bauarbeiter der Baustellen auf der Stalinallee am frühen Abend des 16. Juni entschließen, für den nächsten Tag zum Streik aufzurufen, schicken Sie eine Delegation zum RIAS-Gebäude. Harry Springstubbe war Teil dieser Delegation und fuhr mit seinen Kollegen ins Funkhaus an der Kufsteiner Straße.
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Klaus Gronau (Jahrgang 1937), wuchs in Berlin-Friedrichshain auf und schloss sich am 16. Juni 1953 als Lehrling den ersten Demonstrationszügen an. Er folgte den Bauarbeitern von der Stalinallee, sah die Panzer am Lustgarten, hörte die Warnschüsse. Das Risiko einer Inhaftierung sowie die Gefahren für Leib und Leben nahm er in kauf und setzte sich an der Seite seiner Kollegen und Freunde für Demokratie und Bürgerrechte gegen das Regime der SED ein.
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Lutz Rackow (Jahrgang 1932), war 1953 Wirtschaftsredakteur bei der Tageszeitung "Der Morgen". Als er von den Ereignissen auf den Baustellen der Stalinallee am 16. Juni hörte, machte er sich mit seinem Motorrad auf den Weg, um das Geschehen zu verfolgen. Dem Protestzug der Bauarbeiter folgte er bis zum Haus der Ministerien, wo er die Kundgebung vom gegenüberliegenden HO-Kaufhaus aus beobachtete. Auch am Morgen des 17. Juni ist er bei der Demonstration, die sich am Strausberger Platz formierte, dabei.
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Günter Kröber (Jahrgang 1928) arbeitete 1953 als junger Rechtsanwalt in Leipzig. Am Vormittag des 17. Juni wurde die Stafverhandlung, die gerade im Bezirksgericht Leipzig stattfand, wegen der Demonstrationen unterbrochen. Günter Kröber besuchte daraufhin seine Mandanten in der Haftanstalt in der Beethovenstraße, die er kurz darauf wieder verlassen musste, weil inzwischen eine Menschenmenge das Gefängnis belagerte. Nach der Niederschlagung des Aufstandes hat Günter Kröber viele Angeklagte des 17. Juni als Strafverteidiger vertreten. Einige Jahre später wurde er selbst aus politischen Gründen verhaftet und aus der Anwaltschaft ausgeschlossen.
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Zeitzeugenbüro

Über das Onlineportal www.zeitzeugenbuero.de der Bundesstiftung Aufarbeitung können weitere Zeitzeugen recherchiert werden.

Im Themenschwerpunkt zum 17. Juni 1953 werden Menschen vorgestellt, die Schülerinnen und Schülern vom Volksaufstand und seinen Folgen berichten können und bereit sind, gemeinsam mit ihnen im Unterricht über das Thema zu diskutieren.

Im frei zugänglichen Bereich der Zeitzeugendatenbank sind:

Prof. Dr. Peter Bohley (Jahrgang 1935, Baden-Württemberg): Erlebt den 17. Juni 1953 in Halle mit – in der Innenstadt wird ein Demonstrationszug von russischen Panzern auseinandergetrieben.

Dieter Drewitz (Jahrgang 1943, Berlin): Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 sowie der Bau der Berliner Mauer prägten sein politisches Bewusstsein und führten frühzeitig zur Distanz gegenüber dem SED-Regime.

Klaus Gronau (Jahrgang 1937, Berlin): Wuchs in Berlin-Friedrichshain auf und schloss sich am 16. Juni 1953 den ersten Demonstrationen an.

Wolfgang Jähnichen (Jahrgang 1939, Brandenburg): War als Vierzehnjähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953 in Dresden.

Fred S. Oldenburg (Jahrgang 1937, Berlin): War Zeuge des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 und verlässt Ost-Berlin Ende der 1950er Jahre in Richtung Westen.

Joachim Rudolph (Jahrgang 1938, Berlin): Wuchs in Ost-Berlin auf und war als Vierzehnjähriger Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953.

Dr. Hans-Jürgen Sievers (Jahrgang 1943, Sachsen): War als Schüler in Brandenburg Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953.

Eberhard Wilms (Jahrgang 1940, Baden-Württemberg): Erlebte den Volksaufstand am 17. Juni 1953 in Dresden – dies war der Beginn seines politischen Bewusstseins.

Über das jeweilige Profil können Sie direkt Kontakt mit den Zeitzeugen aufnehmen und sie zu Ihren Veranstaltungen einladen. Im Themenschwerpunkt gibt es außerdem Unterrichtsmaterialien, die Sie für die Gestaltung von Schulstunden, Exkursionen und Projekttage nutzen können. Ausführliche Informationen zur Behandlung des DDR-Volksaufstands im Unterricht finden Sie im Menüpunkt "Material für die Schule".

Vor Ort ausleihbare Filme in der Stiftungsbibliothek

Der Aufstand. Ein packendes Dokudrama über den 17. Juni 1953 in Berlin / Regie: Hans-Christoph Blumenberg. Berlin : Icestorm Entertainment, 2003. 1 DVD-Video.
Signatur: EA 111.2; 19235

Tage des Sturms. / Regie: Thomas Freundner. Geiselgasteig: Bavaria Media, 2003. 1 DVD-Video.
Signatur: EA 111.2; 19240

Zwei Tage Hoffnung. Der Aufstand vom 17.Juni 1953 / ein Film von Peter Keglevic. Hamburg: Warner Home Video Germany, 2003. 1 DVD-Video. Mit Begleitbroschüre.
Signatur: EA 111.2; 19236

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