Pressemitteilung vom 31.10.2005

4 Schüler gegen Stalin Eine Nachkriegsgeschichte aus Altenburg

Am 2. November 2005 wird im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig erstmals der Film "4 Schüler gegen Stalin" aufgeführt, der ein besonderes Beispiel für den frühen Widerstand gegen die SED-Diktatur dokumentiert.
Als der DDR-Präsident Wilhelm Pieck am 20. Dezember 1949 aus Anlass des 70. Geburtstages von Josef Stalin im Radio eine Festansprache hält, geschieht Ungeheuerliches: Mit einem selbst gebastelten Sender strahlen vier Altenburger Abiturienten ein eigenes Programm aus, in dem sie Stalin als "Diktator" brandmarken und ihn anklagen, Millionen Unschuldige im Gulag umgebracht zu haben. Auch in der DDR säßen Zehntausende zu Unrecht in Gefängnissen und Speziallagern. Die Sendung sorgt für großes Aufsehen, das Ministerium für Staatssicherheit beginnt zu ermitteln. Nur drei Monate später werden die Schüler verhaftet und in einem Geheimprozess verurteilt: drei zu 25 Jahren Zuchthaus, der intellektuelle Kopf der Gruppe zum Tod durch Erschießen – er wird nach Moskau verschleppt und dort hingerichtet.
Die von der Stiftung Aufarbeitung geförderte Dokumentation zeichnet die Vorgeschichte der Radiosendung nach, zeigt ihre Wirkungen und Folgen. Im Anschluss an die Filmaufführung diskutieren Protagonisten des Films mit dem Autor und Regisseur, zudem wird der damals gebaute Radiosender an das Zeitgeschichtliche Forum übergeben.

"4 Schüler gegen Stalin – Eine Nachkriegsgeschichte aus Altenburg": Filmpremiere am 2.11.2005, 19:00 Uhr, im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, Grimmaische Straße 6, 04109 Leipzig.
Der Film ist eine Koproduktion von T & G Films, MDR, WDR, PHOENIX und 3sat, gefördert mit Mitteln der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Ausstrahlung im Fernsehen: 8.11.2005, 22:05 Uhr MDR, 9.11.2005, 20:15 Uhr PHOENIIX.


Berlin, 31. Oktober 2005