Bildungskatalog: SED-Diktatur und deutsche Teilung

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Das sowjetische Speziallager Nr. 2 Buchenwald 1945 bis 1950

Art des Materials

Arbeitsheft mit DVD

Kurzbeschreibung

Das Materialienheft dient der Vorbereitung und Durchführung von Gedenkstättenbesuchen mit Schülern in Buchenwald. Zu dem weitläufigen Komplex der Gedenkstätte Buchenwald gehören die Überreste des früheren Konzentrationslagers und des Speziallagers, ehemalige Produktionsstätten, Gräber des Konzentrationslagers und des sowjetischen Speziallagers Nr. 2. Das Konzentrationslager Buchenwald wurde im Juli 1937 von der SS eingerichtet. Mit einer Ausdehnung von 190 Hektar gehörte das Stammlager zu den größten Lagern des KZ-Systems. Insgesamt eine Viertelmillion Menschen aus allen europäischen Ländern waren bis April 1945 hier inhaftiert. Die Zahl der Oper wird auf etwa 56 000 geschätzt. Nach der Befreiung stand das Konzentrationslager Buchenwald zunächst unter der Kontrolle der Amerikaner, die das Gebiet Thüringens bis Anfang Juli räumten und an die sowjetische Besatzungsmacht übergaben. Diese richtete im August 1945 hier das Speziallager Nr. 2 ein, das eines von insgesamt zehn Lagern und drei zentralen Gefängnissen des NKWD in der sowjetischen Besatzungszone war. Das Lager Buchenwald bestand bis Februar 1950. Nach bisherigen Recherchen befanden sich unter den Gefangenen vor allem kleinere und mittlerere Funktionäre der NSDAP sowie Funktionsträger, etwa des nationalsozialistischen Staates und der Wirtschaft, eine beträchtliche Anzahl von Angehörigen der Polizei, Mitglieder der Hitlerjugend oder Hitlerjugendführer, Angehörige der Waffen-SS sowie eine Vielzahl von Personen, die infolge von Denunziationen, Verwechslungen sowie willkürlichen Festnahmen oder als Gegner des Sowjetregimes in das Lager gekommen waren. Im Durchschnitt war das Speziallager mit rund 12 000 Gefangenen belegt. Nach offiziellen sowjetischen Angaben waren in Buchenwald zwischen 1945 und 1950 28 455 Menschen gefangen, darunter 1 000 Frauen. Das Speziallager Nr. 2 galt als sogenanntes Schweigelager, d. h. es war von der Außenwelt völlig isoliert.  Hier starben offiziellen sowjetischen Dokumenten zufolge 7 113 Menschen. Sie wurden in Massengräbern verscharrt. Die Angehörigen erhielten keine Benachrichtigung. Ab dem 16. Januar 1950 begann die Auflösung des Lagers, die einen Monat später ihren Abschluss fand. Zu DDR-Zeiten wurde hier mit einer Gedenkstätte an die Geschichte des Konzentrationslagers erinnert. Nach 1990 wurde die Gedenkstätte umgestaltet, wobei eine Diskussion über das sowjetische Speziallager unter Historikern und in der Öffentlichkeit stattfand.
Es werden Tages- und Mehrtagesprojekte mit Schulklassen, Veranstaltungen im Rahmen der Lehrerweiterbildung und Vorträge angeboten. Nach Absprache werden regionale Forschungsprojekte unterstützt, Zeitzeugengespräche vermittelt und Praktikanten betreut.
Das Arbeitsheft beschreibt ausführlich, wie das sowjetische Speziallager in der heutigen Gedenkstätte dargestellt wird, legt den zeitgeschichtlichen Kontext der Speziallagergeschichte dar und stellt den Umgang mit der Geschichte des Speziallagers bis 1989 dar.

Didaktische Aufbereitung

Die Möglichkeiten des Gedenkstättenbesuches und der Integration der Geschichte des Speziallagers in Buchenwald in den Unterricht wird mit einer Einordnung des Themas in die Lehrplangestaltung geleistet. Dabei wird zu jedem Fach und zu jeder Klassenstufe ein mögliches Thema genannt. Die pädagogische Konzeption der Gedenkstätte wird erläutert, einzelne Schulprojekte werden vorgestellt. Ein Programmablauf für einen fünftägigen Besuch wird vorgeschlagen. Eine umfangreiche Checkliste für den Gedenkstättenbesuch erleichtert die Vorbereitung. Historische Übersichten dienen als Kopiervorlage für die Unterrichtsvorbereitung. Für den Gedenkstättenbesuch werden zugleich Arbeitsblätter für einzelne Ausstellungsabschnitte angeboten. Sie enthalten neben einer Chronik schriftliche Quellen. Auf der zum Heft gehörenden DVD sind einleitende Filme zur Geschichte des Speziallagers sowie Biographien von Zeitzeugen enthalten.

Herausgeber/Institution

Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien

Bibliographische Angabe, Technische Hinweise

Das sowjetische Speziallager Nr. 2 Buchenwald 1945 bis 1950. Hrsg. vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. 2001 (= Materialien, Heft 61), Zur Textansicht der Broschüre auf der DVD muss ein auf der DVD befindliches Programm installiert werden. Die Filme können nur mit bereits auf dem PC vorhandener Software abgespielt werden.

Bezugsmöglichkeit, Preis

Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien, € 8,00

Verwendbar für Klassenstufe:

5-10, 11-13

Verwendbar im Unterrichtsfach/in den Unterrichtsfächern:

Geschichte, Deutsch, Evangelische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Sozialkunde, Ethik

Material behandelt folgende(s) Jahrzehnt(e):

1945-1949, 1950er