17. Juni 1953 - Eine Dokumentation

63. Jahrestag des DDR-Volksaufstandes am 17. Juni 1953

Am 17. Juni 2016 jährt sich der Volksaufstand in der DDR zum 63. Mal. Damals gingen rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden in der DDR auf die Straße, um gegen die miserablen Lebens- und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.

Was als sozialer Protest auf den Straßen Berlins begann, entwickelte sich binnen weniger Stunden zum Massenprotest gegen die kommunistische Diktatur im ganzen Land. Die Streiks und Demonstrationen wurden nun von politischen Forderungen nach Freiheit, Demokratie, Menschenrechten und der Wiedervereinigung Deutschlands bestimmt. Die ohnmächtige Führungsspitze der DDR floh ins militärische Hauptquartier der sowjetischen Besatzungsmacht nach Berlin-Karlshorst. Durch die Verhängung des Ausnahmezustands und den Einsatz sowjetischer Panzer wurde der Aufstand schließlich gewaltsam niedergeschlagen. Der Volksaufstand forderte über 50 Todesopfer und unzählige Verletzte. In den Tagen und Wochen danach wurden etwa 15 000 Personen verhaftet. Bis 1955 gab es 1 800 politische Urteile im Zusammenhang mit dem Juniaufstand. Für die Staats- und Parteiführung der DDR bedeutete der Volksaufstand vom Juni 1953 ein schweres Trauma, das bis 1989 nie vollständig überwunden wurde. Der Juni 1953 wurde zum Sinnbild für die tiefe Legitimationskrise, in der sich die Partei und der von ihr geplante "Aufbau des Sozialismus" befanden.

Auf den folgenden Seiten finden Sie umfangreiche Informationen zur Geschichte des Aufstands, Zeitzeugenberichte in Bild und Ton, Tipps zur Fotorecherche und vieles mehr. Außerdem finden Sie Anregungen zur Behandlung des Themas im Schulunterricht und eine Übersicht zu Publikationen, die in der Bibliothek der Bundesstiftung Aufarbeitung angeboten werden.



Der Trailer zur Interviewreihe "17. Juni 1953" und die Zeitzeugeninterviews sind ein Projekt der Berliner Heimatfilm GbR in Kooperation mit dem Onlineportal DeineGeschichte , das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wurde. Die Zeitzeugeninterviews können Sie sich im Menüpunkt "Video" vollständig anschauen.

Ausstellungen und Veranstaltungen im Gedenkjahr

Eine Überblick über alle Veranstaltungen, die im Gedenkjahr 2013 zum 60. Jahrestag des Volksaufstandes bundesweit stattfinden, finden Sie in unserem Veranstaltungsschwerpunkt.

Den Auftakt zum Gedenkjahr bildete die Eröffnung der Ausstellung "Wir wollen freie Menschen sein!" am 29. Januar 2013. Am historischen Ort, dem »Haus der Ministerien« und heutigem Sitz des Bundesfinanz-
ministeriums, kann die Ausstellung im Arkadengang an der Ecke Wilhelmstraße/Leipziger Straße bis Ende August 2013 besichtigt werden. Die Eröffnung ist in der Veranstaltungsnachlese dokumentiert.

Die Ausstellung mit 20 Plakaten zum DDR-Volksaufstand wird in mehr als 2.500 Exemplaren bundesweit und international zu sehen sein. Ausführliche Informationen rund um die Ausstellung, zu Bestellmöglichkeiten und Material für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit finden Sie hier.

Wettbewerb >>geschichts-codes 2013<<
Seit 2003 führt die Bundesstiftung Aufarbeitung jährlich einen Gestaltungswettbewerb unter dem Titel >>geschichts-codes<< durch. Aus Anlass des 60. Jahrestages des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in der DDR sind Studierende dazu eingeladen, Entwürfe für ein Denkmal für die Opfer der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR zu gestalten und einzureichen.

Das Denkmal soll dem Erinnern an die Opfer der kommunistischen Diktatur einen Ort geben, den Widerstand in der SBZ und DDR würdigen und ein Zeichen für die Zivilcourage der Menschen setzen, die sich zu unterschiedlichen Zeiten um den Preis der eigenen Freiheit oder gar des Lebens für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben. Zudem will der Wettbewerb dazu beitragen, die öffentliche Diskussion über die Errichtung eines Denkmals für die Opfer politischer Verfolgung der kommunistischen Diktatur in der SBZ und DDR zu befördern und ihr mit gestalterischen Ideen kreative Impulse verleihen.


Anlässlich des 50. Jahrestags des Volksaufstandes im Jahr 2003 fand der erste >>geschichts-codes<< Wettbewerb statt. Damals waren die Studierenden aufgerufen, Plakate zu erstellen, die sich mit dem Thema "17. Juni 1953" inhaltlich und künstlerisch auseinandersetzten. Die Beiträge sollten in Inhalt und Gestaltung den Aufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 transportieren, ihn in den Kontext von Opposition, Widerstand und Zivilcourage in Deutschland und/oder Europa setzen, und deutliche Perspektiven und Bilanzen des Aufstands benennen. Die daraus hervorgegangene Plakat-Wanderausstellung kann bei der Bundesstiftung kostenlos ausgeliehen werden.
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