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Ackermann, Henriette

* 8.9.1887, † 31.8.1977

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1887 – † 1977)
Geboren am 8. September 1887 in Köln-Ehrenfeld als Tochter eines Barbiers; sie arbeitete nach der kaufmännischen Lehre als Kontoristin. 1905 Mitglied der SPD, protestierte gegen die Bewilligung der Kriegskredite durch die Reichstagsfraktion der SPD. Im Oktober 1916 in Köln Mitbegründerin einer Sektion der Spartakusgruppe. Wegen ihrer Befürwortung einer Kandidatur Karl Liebknechts als Nachfolger des verstorbenen Kölner Reichstagsabgeordneten Adolf Hofrichter wurde Henriette Ackermann aus der SPD ausgeschlossen. 1917 Delegierte des Gründungsparteitags der USPD in Gotha, Ende 1917 wurde sie wegen antimilitaristischer Propaganda in Berlin inhaftiert. Als Delegierte für Köln-Ehrenfeld nahm sie am Gründungsparteitag der KPD Ende 1918 in Berlin teil. Nach der KPD-Gründung blieb sie zunächst noch offiziell Funktionärin der USPD, führte aber bereits um die Jahreswende 1920/21 zusammen mit Franz Dahlem und Philipp Fries den VKPD-Bezirk Mittelrhein. Gleichzeitig war sie Vorsitzende der Kölner Stadtverordnetenfraktion der VKPD.
Nach dem Ausschluß Ernst Frieslands (Reuter) verließ sie Anfang Februar 1922 die KPD und wurde zunächst KAG-, dann USPD-Mitglied. Die Vereinigung der Rest-USPD mit der SPD im September 1922 lehnte sie ab und blieb Mitglied der USPD unter Georg Ledebour und Theodor Liebknecht. Eine Zeitlang einzige Abgeordnete der USPD in der Kölner Stadtverordnetenversammlung. Sie war bis 1932 Angestellte des Kölner Büros des Freidenkerverbandes. Im März 1933 wurde sie in »Schutzhaft« genommen, 1939/40 und 1944/45 im KZ Ravensbrück inhaftiert. 1945 zunächst Kontoristin in Berlin, anschließend einige Zeit Angestellte der Kölner Stadtverwaltung. Politisch ist sie nicht mehr hervorgetreten. Henriette Ackermann starb am 31.August 1977 in Brühl bei Köln.

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