Andreas Herbst: »Unteroffiziere der Revolution«. Zum Schicksal von Kursanten der M-Schule der Kommunistischen Internationale

Abstract

In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2008. Berlin. Aufbau-Verlag, S. 339-350

Sie zählten zur Elite des geheimen „antimilitaristischen“ Apparates der KPD: die Schüler der bei Moskau im Verborgenen gelegenen M-Schule der Kommunistischen Internationale. Ausgebildet in der Sowjetunion für den unterirdischen Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft in Deutschland, gerieten ihre Absolventen nach 1933 nicht nur in den Strudel nationalsozialistischen Terrors, sondern auch in die Niederungen stalinistischer Denunziation und Verfolgung. Anhand vieler erst seit 1990 umfassend zugänglicher historischer Quellen geht der Autor detailliert dem Schicksal von vielen Kursanten nach und schildert die Vitae von Berufsrevolutionären, von denen nicht wenige im „Zeitalter der Extreme“ ihr Leben ließen. Es waren fehlbare Menschen, Menschen aus Fleisch und Blut, mit all ihren Ängsten, Schwächen und Zweifeln, aber auch mit sehr viel Mut.

Über den Autor

Andreas Herbst, Jahrgang 1955, Diplom-Historiker. 1977 – 82 Studium der Geschichtswissenschaften an der Humboldt- Universität zu Berlin, bis 1990 wissenschaftlicher Assistent / Oberassistent am Museum für Deutsche Geschichte, danach Mitarbeiter der Historischen Kommission zu Berlin bzw. der Stiftung Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V., bis 2001 Mitarbeiter am Forschungsprojekt »Biographisches Handbuch des deutschen Kommunismus 1918 – 1945« an der Universität Mannheim, seit 2001 Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Publikationen: Mithrsg.: So funktionierte die DDR, 3 Bde., Hamburg 1994 ; Mithrsg.: Die SED. Geschichte – Organisation – Politik. Ein Handbuch, Berlin 1997; Mithrsg.: Die Parteien und Organisationen der DDR. Ein Handbuch, Berlin 2002; mit Hermann Weber: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2004; Mithrsg.: Wer war wer in der DDR?, Berlin 2006.
Kontakt: herbst@gdw-berlin.de