Kurt Schilde: Flucht über die Balkonmauer. Politische Biographie des Kommunisten Josef Schlaffer

Abstract

In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2008. Berlin. Aufbau-Verlag, S. 310-318

Josef Schlaffer (1891-1964) gehört zu den Funktionären des Führungskorps der Kommunistischen Partei Deutschlands, dessen politische Biographie durch die deutsche Arbeiterbewegung und seine Organisationen – von der Sozialdemokratischen Partei über die Kommunistische Partei bis zur Sozialistischen Einheitspartei – geprägt ist. Er ist häufig in Führungspositionen zu finden: Er ist Vorsitzender eines Soldatenrats, Betriebsratsvorsitzender, Vorsitzender der KPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Mitglied des Zentralkomitees der KPD und des Deutschen Reichstags, Reichsleiter des Kampfbundes gegen den Faschismus vor 1933 und nach 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone, Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Umsiedler, Direktor der Industrieverwaltung für Eisen und Stahl und des VEB Hüttenwerk Hennigsdorf. Lange Zeit seines Lebens muss er im Gefängnis verbringen – in der Weimarer Republik, im nationalsozialistischen Deutschland und in der Sowjetischen Besatzungszone. Er ist ein Musterbeispiel für einen typischen immer der Sache der KPD dienenden Kader.

Über den Autor

Dr. phil. Kurt Schilde, geb. 1947 in Berlin-Weißensee, 1972 bis 1975 Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, 1975 bis 1981 Soziologiestudium an der Freien Universität Berlin, 1981 bis 1986, 1991 / 92 sowie 1994 bis 1997 freischaffender Sozialhistoriker, als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig von 1987 bis 1990 sowie 1993 / 94 in Berliner Heimatmuseen, 1991 / 92 in der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, 1997 bis 1999 im Zentrum für Antisemitismusforschung, 1999 bis 2005 an der Universität Siegen. 1994 Promotion in Neuerer Geschichte an der Technischen Universität Berlin. Veröffentlichungen u. a.: Kampfname Ruth Fischer. Wandlungen einer deutschen Kommunistin, Frankfurt a. M., 1995; Die Rote Hilfe – die Geschichte der internationalen kommunistischen »Wohlfahrtsorganisation« und ihrer sozialen Aktivitäten in Deutschland (1921 – 1941), Opladen 2003 (beides mit Sabine Hering).
Kontakt: schilde@sozeuro.uni-siegen.de