Lars Björlin: Zwischen Sozialdemokratie und Bolschewismus – der schwedische Politiker Zeth Höglund

Abstract

In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2008. Berlin. Aufbau-Verlag, S. 296-309

Der schwedische Politiker Zeth Höglund wirkte an der schwedischen und internationalen Arbeiterbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit. Frühzeitig in seiner Karriere beginnt er, die politische Strategie der schwedischen sozialdemokratischen Partei zu kritisieren, welche zusammen mit den nicht-sozialistischen Linken die Demokratie zu einem Hauptthema auf dem Weg zur Macht hervorhoben. Höglund verwarf die Demokratie niemals ganz, aber in seiner Anschauung über die Massenbewegung erachtete er es als wichtig, politische Änderungen zu Gunsten der Arbeiterklasse zu gestalten. Von der Sozialdemokratischen Partei 1917 ausgeschlossen, versuchte er als ein linker Sozialist und Kommunist politische Alternativen zur Sozialdemokratie zu schaffen. 1926 kehrte er zur Sozialdemokratie zurück, da er erkannte, dass sein Plan gescheitert war. In der Literatur wurde seine politische Karriere als Inkonsequenz, taktische Erwägung und Schwankung interpretiert. Vom zeitgenössischen politischen Kontext gesehen, kann jedoch eine andere Perspektive aufgetan werden: Höglund versuchte eine politische Alternative zu den linken, reformbestrebten, schwedischen Sozialdemokraten in einem politischen Spektrum zwischen Sozialdemokratie und Bolschewismus zu schaffen.

Über den Autor

Lars Björlin, geboren 1940 in Stockholm. Einer Promotion entsprechender Hochschulabschluss 1971, danach bis 1983 Lektor im Fach Geschichte an der Universität Stockholm. Bis 1999 Mitarbeiter verschiedener Archive in Stockholm, u. a. 1994 – 1999 am Stockholmer Reichsarchiv im Rahmen des Forschungsprojekts »Schweden in russischen Archiven«. Bis Juni 2007 Lektor und Forscher an der Hochschule Södertörn in Huddinge bei Stockholm. Forschungsberichte und Publikationen u. a.: Arbeiterbewegung und Sprache, Stockholm 1996; Schweden in russischen Archiven. Verzeichnis russischer Quellen zur schwedischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Teil I und II, Stockholm 1999 (zusammen mit Helene Carlbäck); H. Blomqvist & L. Ekdahl (Hrsg.): Der Kommunismus, Bedrohung und Versprechen. Die Arbeiterbewegung im Schatten der Sowjetunion 1917 – 1991, 2003 (alle schwedisch).
Kontakt: lars.bjorlin@sh.se