Verena Moritz/Hannes Leidinger: Kommunismusbekämpfung. Das Wiener Beispiel 1918–1921

Abstract

In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2008. Berlin. Aufbau-Verlag, S. 46-57

Die Autoren skizzieren in ihrem Beitrag die von militärischen und polizeilichen Behörden in Wien ausgehenden antikommunistischen beziehungsweise antibolschewistischen Maßnahmen im letzten Jahr des Bestehens der Habsburgermonarchie und in den drei ersten Jahren der (deutsch)österreichischen Republik. In diesem Zusammenhang wird auf den Beginn und der Entwicklung der offiziellen Beziehungen zwischen Moskau und Wien besonderes Augenmerk gelegt. Immerhin war es eine ins Habsburgerreich entsendete sowjetrussische Kriegsgefangenenmission, die nicht nur für die Geburt der deutschösterreichischen KP eine herausragende Rolle spielte, sondern auch den Grundstein für die Etablierung nachfolgender quasidiplomatischer Vertretungen in Wien legte und in Anbetracht ihrer „bolschewistischen Propaganda“ von Beginn an die Aufmerksamkeit der Exekutive auf sich lenkte. In den Vordergrund gerückt, wird vor allem die Arbeit der beiden wichtigsten österreichischen „Kommunistenjäger“ dieser Zeit: Der Wiener Polizeipräsident Johann Schober und Maximilian Ronge, letzter Chef des Nachrichtendienstes der k.u.k. Armee, koordinierten ihre diesbezüglichen Aktivitäten schon vor dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Über die Autorn

Dr. Verena Moritz, geb. 1969, Geschichts- und Slawistikstudium, Lektorin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Veröffentlichungen u. a.: Zwischen allen Fronten. Die russischen Kriegsgefangenen in Österreich im Spannungsfeld von Nutzen und Bedrohung 1914 – 1921 (Dissertation), Wien 2001; mit Hannes Leidinger: Gefangenschaft, Revolution, Heimkehr. Die Bedeutung der Kriegsgefangenenproblematik für die Geschichte des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa 1917 – 1920, Wien 2003; mit Hannes Leidinger: Russisches Wien. Begegnungen aus vier Jahrhunderten, Wien 2004.

Dr. Hannes Leidinger, geb. 1969, studierte Geschichte, Archäologie und Ur- und Frühgeschichte, Lehrtätigkeit am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Veröffentlichungen u. a.: Netzwerke der Weltrevolution. Die Auswirkungen der Kriegsgefangenen Heimkehrer-Problematik auf die Entwicklung der kommunistischen Bewegung in Mittel- und Osteuropa (Dissertation), Wien 2001; mit Verena Moritz: Gefangenschaft, Revolution, Heimkehr. Die Bedeutung der Kriegsgefangenenproblematik für die Geschichte des Kommunismus in Mittel- und Osteuropa 1917 – 1920, Wien u. a. 2003; mit Verena Moritz: Russisches Wien. Begegnungen aus vier Jahrhunderten, Wien u. a. 2004.
Kontakt: moritzleid@aon.at