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Aktuelle Meldung vom 05.09.2012

Filmpräsentation am 10.09.: „Nur eine Spritze. Der größte Medizinskandal der DDR“

Dokumentation rekonstruiert Hepathitis-Infizierungen junger Mütter in DDR-Krankenhäusern

Mit dem Dokumentarfilm „Nur eine Spritze. Der größte Medizinskandal der DDR“ wird am 9. September im Deutschen Hygiene Museum Dresden erstmals die Geschichte einer weitgehend unbekannten Tragödie erzählt, die sich in den Jahren 1978/79 in Krankenhäusern der DDR abspielte. Tausende junge Mütter wurden bei einer medizinischen Vorsorge in ostdeutschen Krankenhäusern unwissentlich mit dem aggressiven Hepatitis-C-Virus infiziert.

Um die Infektionswelle vor der Öffentlichkeit geheim zu halten, wurden die betroffenen Frauen über Monate hinweg isoliert und verpflichtet, Stillschweigen zu bewahren. Einige von ihnen starben an der Hepatitis-C-Infektion, andere wurden schwer und chronisch geschädigt. Bis heute ist wenig über diesen Fall, die Opfer und die Ursachen bekannt. Der Film rekonstruiert detailliert die Vorgänge in den späten siebziger Jahren und begibt sich auf die Suche nach den Hintergründen der Infektion. Dabei kommen damals beteiligte Wissenschaftler, Mediziner, ermittelnde Kriminalpolizisten und nicht zuletzt die betroffenen Frauen zu Wort, für die die Hepatitis-C-Infektion einen folgenschweren Einschnitt in ihr Leben bedeutete.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren die Regisseurin Ariane Riecker, Gabriele Deuse vom Deutschen Verein für HCV-Geschädigte, der ehemaliger Vizepräsident der Landesuntersuchungsanstalt Chemnitz Professor Siegwart Bigl, Professor Andreas Frewer vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Wilfried Oettler, Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen, und der für die Produktion verantwortliche RBB-Redakteur Jens Stubenrauch über den Film und die Aufarbeitung der Ereignisse. Das Gespräch wird moderiert vom Produzenten des Films Olaf Jacobs.

Die Dokumentation „Nur eine Spritze. Der größte Medizinskandal der DDR“ von Ariane Riecker und Anne Mesecke, eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH und dem RBB, gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung, wird am 9. Oktober 2012 um 20:15 Uhr im Programm des Rundfunks Berlin-Brandenburg erstmals ausgestrahlt. Am 16. Oktober um 22:05 Uhr wird der Film vom Mitteldeutschen Rundfunks gesendet.

Filmpräsentation: „Nur ein Spritze. Der größte Medizinskandal der DDR“
Datum: 9. September 2012
Uhrzeit: 11 Uhr
Ort: Deutschen Hygiene Museum (Martha Fränkel Saal) | Lingner Platz | 01069 Dresden
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.