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Aktuelle Meldung vom 19.09.2012

Podiumsdiskussion zu Handlungsspielräumen im DDR-Literaturbetrieb

Privatarchiv des Schriftstellers Lutz Rathenow wird an das Archiv der Bundesstiftung übergeben

Am 25. September widmet sich die Podiumsdiskussion „Grenzüberschreitungen“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur dem Verhältnis von Literatur und Macht in der DDR und den individuellen Handlungsspielräumen von Autoren. Anlass ist die Übergabe des Privatarchivs von Lutz Rathenow, Schriftsteller und heutiger Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, an die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Die DDR bezeichnete sich selbst gern als „Leseland“ und sah sich offiziell in der Nachfolge der großen Dichter und Denker. Dennoch war die Angst vor dem geschriebenen Wort groß. Staatssicherheit und staatliche Zensur sorgten dafür, dass nur erscheinen konnte, was in den Herrschaftskanon passte. Unangepasste Schriftsteller wie Lutz Rathenows suchten und fanden jedoch in der SED-Diktatur Möglichkeiten und Wirkungsräume für subversives Handeln.

Die Podiumsdiskussion geht der Frage nach, wie sich im Literaturbetrieb der DDR diese Handlungsspielräume des Einzelnen eröffnen konnten. Nach einer Einführung des Präsidialsekretärs der Sächsischen Akademie der Künste Klaus Michael diskutiert dieser mit Lutz Rathenow, dem Autor und Redakteur beim Bayerischen Rundfunk Lukas Hammerstein sowie dem Publizisten und Mitbegründer des Schutzkomitees Freiheit und Sozialismus Hannes Schwenger. Das Gespräch wird moderiert von Jacqueline Boysen, Studienleiterin der Evangelischen Akademie zu Berlin.

An die Diskussion schließt sich ein politisches Feuilleton von Lutz Rathenow an unter dem Titel „Die Berührung der Vergangenheit. Über das Staunen beim Aufräumen.“ Anschließend erfolgt die symbolische Übergabe seines Privatarchivs an den Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung Aufarbeitung Rainer Eppelmann.

Podiumsdiskussion „Grenzüberschreitungen. Die Schriftverwirklichungsgesellschaft DDR und ihre literarischen Handlungsmöglichkeiten“
Datum: 25. September 2012
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.