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Aktuelle Meldung vom 15.05.2013

Diskussion: Die deutsch-deutsche Jugend bei den Weltfestspielen 1973

Podiumsveranstaltung zu innerdeutschen Jugendbegegnungen und dem „Roten Woodstock“

Unter dem Titel „Vom Klassenfeind infiziert?“ widmet sich am 21. Mai eine Podiumsdiskussion den deutsch-deutschen Jugendbegegnungen und insbesondere den X. Weltfestspielen 1973 der Jugend und Studenten in Ost-Berlin. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „2x Deutschland“ der Deutschen Gesellschaft e.V., des Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die vom Bundesinnenministerium unterstützt wird.

Mit den Weltjugendfestspielen öffnete sich der Eiserne Vorhang im Sommer 1973 für wenige Tage einen Spalt breit: Das „Rote Woodstock“ ermöglichte den direkten Kontakt zwischen Jugendlichen aus Ost und West. Geplant als propagandistisches Großereignis, konnte das Festival mit seinen rund 8 Millionen Teilnehmern nicht vollständig durch die Staatssicherheit der DDR kontrolliert werden. So kam es zu einem lebendigen Austausch unter den Jugendlichen, trotz der übergroßen Sorge der DDR-Regierung, dass „ihre“ Jugend vom bundesdeutschen „Klassenfeind“ ideologisch infiziert werden könnte. Einen weiteren zentralen Beitrag zum innerdeutschen Austausch leisteten über Jahre die bundesdeutschen Jugendreisen in die DDR, die dort von staatlicher Seite nur unter strenger Organisation und Aufsicht geduldet wurden.

Wie erlebten sich die Jugendlichen beider deutschen Staaten gegenseitig – waren sie sich fremd oder gab es eine gemeinsame Basis? Wie agierten die Regierungen der beiden deutschen Staaten? Nach einem Vortrag des Historikers Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums Berlin, diskutieren der damalige Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendringes Konrad Gilges, der damalige Mitarbeiter der Westabteilung beim Zentralrat der FDJ Michael Herms und der Theologe Martin-Michael Passauer, Generalsuperintendent i. R. von Berlin. Das Gespräch wird moderiert von Ulrich Mählert (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur).

Veranstaltungsreihe „2x Deutschland“: Vom Klassenfeind infiziert? Deutsch-deutsche Jugendbegegnungen und die X. Weltfestspiele 1973 in Ost-Berlin
Datum: 21. Mai 2013
Uhrzeit: 18 Uhr
Mitveranstalter: Deutsche Gesellschaft e.V., Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Bundesministerium des Innern
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Mit fünf Veranstaltungen wird die erfolgreiche Reihe „2x Deutschland“ in 2013 fortgesetzt. Die nächste Veranstaltung zu den deutsch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen und der Frage, ob der Westen die SED-Diktatur stabilisiert hat, findet am Dienstag, 18. Juni 2013 statt. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe „2x Deutschland“ finden Sie hier:
http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/2x-deutschland-3707.html