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Aktuelle Meldung vom 31.07.2013

Was wusste der Westen über das Unrecht in der DDR?

Filmvorführung und Diskussion zum Umgang mit DDR-Unrecht in der Bundesrepublik vor 1989

Mit einer Filmvorführung und einer anschließenden Podiumsdiskussion geht die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am Montag, 12. August der Frage nach, was über das staatliche Unrecht in der DDR vor 1989 in der Bundesrepublik bekannt war und wie Politik, Medien und Gesellschaft mit diesen Informationen umgingen.

Im Rahmen der Veranstaltung wird der Dokumentarfilm „Das Archiv des Unrechts – Die Zentrale Erfassungsstelle in Salzgitter“ erstmals in Berlin gezeigt. Er entstand 2012 im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport in Kooperation mit der Bundesstiftung Aufarbeitung. Der Film der Sammler und Jäger GmbH dokumentiert die Arbeit der Zentralen Erfassungsstelle, die drei Monate nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 im niedersächsischen Salzgitter ihren Anfang nahm. Bis 1992 registrierte die Erfassungsstelle über 42.000 Gewaltakte in der DDR, darunter Hinweise auf vollendete oder versuchte Tötungshandlungen, Unrechtsurteile aus politischen Gründen, Misshandlungen im Strafvollzug oder politische Verfolgung in der DDR. In Salzgitter wurden die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen im anderen Teil Deutschlands dokumentiert und aktenkundig gemacht.

Im Anschluss an den Dokumentarfilm widmet sich die Podiumsdiskussion der westdeutschen Sicht auf die DDR. Wie reagierten Politik, Medien und Gesellschaft in der Bundesrepublik auf das in der DDR geschehene Unrecht? Welchen Blick warf die westdeutsche Wissenschaft auf die DDR? Es diskutieren Oberstaatsanwalt a.D. Hans-Jürgen Grasemann, ehemaliger stellvertretender Leiter der Erfassungsstelle Salzgitter; Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen; Thomas Raufeisen, er geriet als westdeutscher Jugendlicher in die Fänge des MfS, und der Historiker Jens Hüttmann, Autor von „DDR-Geschichte und ihre Forscher“. Das Gespräch wird moderiert von Sven Felix Kellerhoff (Die Welt).

Diskussion: Was wusste der Westen? Umgang mit DDR-Unrecht in der Bundesrepublik vor 1989
Datum: Montag, 12. August 2013
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.