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Aktuelle Meldung vom 23.08.2013

Wir gratulieren Professor Hermann Weber zum 85. Geburtstag

Die Bundesstiftung Aufarbeitung gratuliert dem Mannheimer Historiker Hermann Weber, geboren am 23. August 1928, herzlichst zu seinem 85. Geburtstag. Als Mitglied beider Enquete-Kommissionen des Bundestages zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte war Weber einer der Gründungsväter der Bundesstiftung Aufarbeitung. Seit der Stiftungsgründung 1998 bis 2011 gehörte er durchgehend dem Stiftungsrat an.

Hermann und Gerda Weber Auch nach seinem Ausscheiden ist Hermann Weber der Bundesstiftung Aufarbeitung eng verbunden: Er hat nicht nur das von ihm begründete Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung in die Obhut der Stiftung gegeben. Gemeinsam mit seiner Frau hat er zudem die unselbständige Gerda-und-Herrmann-Weber-Stiftung unter dem Dach der Bundesstiftung Aufarbeitung etabliert und als Alleinerbin eingesetzt. Die GHW-Stiftung soll dauerhaft Beiträge zur historischen Kommunismusforschung leisten.

Hermann Webers Lebensweg ist ein Spiegelbild des Jahrhunderts der Extreme. In einer kommunistischen Familie aufgewachsen, wandte er sich nach der Überwindung des Nationalsozialismus zunächst dem Kommunismus zu und besuchte als Mannheimer Nachwuchskader die FDJ- sowie die Parteihochschule in Ost-Berlin. Mit seiner Frau Gerda wurde er in Westdeutschland wegen kommunistischer Umtriebe zu einem Zeitpunkt in Untersuchungshaft genommen, als sein Ablöseprozess vom Kommunismus bereits begonnen hatte.

Nach dem Bruch mit der KPD schlugen sich Hermann Weber und seine Frau zunächst als Freiberufler durch, bis Weber in den 1960er Jahren eine akademische Blitzkarriere startete und zum geachtetsten Kommunismus- und DDR-Forscher in der alten Bundesrepublik avancierte.

Nach der Friedlichen Revolution und der deutschen Vereinigung setzte er nicht nur seine rege Publikationstätigkeit fort. Hermann Weber gebühren auch große Verdienste bei der Sicherung der DDR-Archive und der Neuordnung der Forschungslandschaft.