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Aktuelle Meldung vom 30.09.2013

Vor 50 Jahren: Beginn des Häftlingsfreikaufs zwischen der Bundesrepublik und der DDR

Im September und Oktober 1963 öffneten sich in Zuchthäusern der DDR die Zellentüren für acht Häftlinge, die dort aus politischen Gründen Haftstrafen verbüßen mussten. Sie waren frei und konnten in ihre Heimatorte zurückkehren. Was die Häftlinge damals nicht wussten: Ihre Freiheit war durch die Bundesrepublik Deutschland erkauft worden, die im Verlauf des Jahres 1963 mit der DDR die Bedingungen für die vorzeitige Freilassung politischer Gefangener ausgehandelt hatte.

Diese Aktion markiert den Beginn des streng geheimen Häftlingshandels zwischen den beiden deutschen Staaten, in dessen Verlauf die Bundesrepublik mehr als 33.000 Gefangene freikaufen sollte. Im Zeitraum 1963 bis 1989 erhielt die DDR dafür materielle und finanzielle Gegenleistungen im Wert von rund 3,4 Milliarden DM.

Die Bundesstiftung Aufarbeitung nimmt den 50. Jahrestag des beginnenden Freikaufgeschäftes zum Anlass, um an dieses durchaus umstrittene Kapitel deutsch-deutscher Geschichte zu erinnern. Vor diesem Hintergrund fand (bereits im Dezember 2012) die Veranstaltung "Gekaufte Freiheit" statt, bei der Fragen diskutiert wurden wie: Welche Interessen hatten die beiden deutschen Regierungen, dieses brisante Geschäft über Jahrzehnte zu verfolgen? Welche Akteure waren beteiligt und was bedeutete der Freikauf für die Häftlinge? Die Diskussion können Sie auf unserer Internetseite als Podcast nachhören oder in der Publikation "2xDeutschland. Innerdeutsche Beziehungen 1972-1990" nachlesen.

Wenn Sie selbst eine Veranstaltung zum Thema planen und auf der Suche nach Zeitzeugen sind, empfehlen wir Ihnen einen Blick ins Zeitzeugenportal der Bundesstiftung Aufarbeitung. Unter dem Stichwort "Freikauf" finden Sie mehrere Frauen und Männer, die von ihren ganz persönlichen Erfahrungen aus dieser Zeit berichten können.

Grundlegende Informationen zum Häftlingshandel zwischen der DDR und der Bundesrepublik können Sie außerdem in der Broschüre "Dissidenten für Devisen" von Hendrik v. Quillfeldt nachlesen. Die von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam herausgegebene Publikation ist in unserem Onlineshop gegen eine Schutzgebühr von 2,00 € erhältlich.