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Aktuelle Meldung vom 15.10.2013

Getrennt, aber einig? Die Friedensbewegung der 80er-Jahre in Ost und West

Diskussion mit Otto Schily und weiteren profilierten Zeitzeugen und Wissenschaftlern

Mit der Veranstaltung „Pershing II und SS-20. Die Friedensbewegung in Ost und West und die Konfrontation der Blöcke im Kalten Krieg“ nehmen die Deutsche Gesellschaft e.V., der Berliner Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in ihrer Reihe „2x Deutschland“ am 22. Oktober die gesamtdeutsche Dimension der Friedensbewegung der 1980er-Jahre in den Blick.

Angesichts einer massiv verschärften Rüstungspolitik entwickelte sich zu Beginn der 1980er-Jahre im Westen eine starke Friedensbewegung. Auch in der DDR schlossen sich Menschen zusammen, um sich trotz staatlicher Repression für Abrüstung und eine entmilitarisierte Gesellschaft zu engagieren. Frieden wurde so zu einem gesamtdeutschen Anliegen, wenn auch unter unterschiedlichen Vorzeichen. Wie aber konnten zivilgesellschaftliche Bewegungen gemeinsam politische Themen auf die Agenda zu setzen, auf welche Widerstände trafen sie und welche Folgen hatte ihr Agieren?

Das Thema wird in Ost-West-Perspektive diskutiert werden: Mit dem ehemaligen Bundesminister Otto Schily konnte ein Podiumsgast gewonnen werden, der als Mitbegründer der Grünen selbst Protagonist der westdeutschen Friedensbewegung war und den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Ost und West unmittelbar erlebt hat. Als Abgeordneter der Grünen reiste Schily 1983 mit einer Delegation der Fraktion 1983 nach Ost-Berlin, wo die westdeutschen Politiker nicht nur Staats- und Parteichef Erich Honecker trafen, sondern auch Vertreter der Friedensbewegung in Ost-Berlin. Durch Begegnungen wie dieser kam es später über die Systemgrenzen hinweg zu gemeinsamen Aktionen, wie dem Olof-Palme-Friedensmarsch von 1987. Ebenfalls für den westdeutschen Blick steht der ehemalige Verteidigungsminister Rupert Scholz, der in den 1980er Jahren als Politiker in West-Berlin die Auseinandersetzungen um die Nachrüstungsbeschlüsse erlebte.

Als Protagonistin der Friedensbewegung in der DDR wird Ruth Misselwitz, Pfarrerin und Mitbegründerin des Pankower Friedenskreises, von ihren Erfahrungen berichten. Der Sozialwissenschaftler Dieter Klein, in den 1980er-Jahren ein Vordenker der SED, kann die Sicht der DDR-Regierung auf die Konflikte der Zeit einbringen. Der Historiker Michael Wolffsohn wird in das Thema einführen und sich später ebenfalls an der Diskussion beteiligen, die von Margit Miosga (rbb Kulturradio) moderiert wird.

Veranstaltungsreihe „2x Deutschland“:
Die Friedensbewegung in Ost und West und die Konfrontation der Blöcke im Kalten Krieg
Datum: 22. Oktober 2013
Uhrzeit: 18 Uhr
Mitveranstalter: Deutsche Gesellschaft e.V., Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Bundesministerium des Innern
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.