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Aktuelle Meldung vom 14.11.2013

Diskussion zur „Dritten Generation Ostdeutschland“ in Schloss Bellevue

Gemeinsame Veranstaltung des Bundespräsidenten und der Bundesstiftung Aufarbeitung

Bei der gemeinsamen Veranstaltung des Bundespräsidenten und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur stand am 14. November im Schloss Bellevue die „Dritte Generation Ostdeutschland“ im Mittelpunkt. Die dritte Veranstaltung der Reihe „Vergangenheit erinnern – Demokratie gestalten“ stellte die historische Prägung und das Selbstverständnis einer Generation in den Mittelpunkt, die in der DDR geboren und im wiedervereinigten Deutschland erwachsen geworden ist.

„Wir wollen nicht in den alten Gräben einer Geschichtsaufarbeitung bleiben, wir wollen teilhaben an den positiven Veränderungen, die sich in unserem Land ereignet haben, und die wir in dieser Generation am deutlichsten sehen“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede vor rund 140 jugendlichen Besucherinnen und Besuchern. Die Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Prägungen, der Deformationen, auch der privaten Lebenswelten sei nicht nur Sache der Erlebnisgeneration, sondern auch der Nachgeborenen. Der Bundespräsident begrüßte das Engagement der Initiative „3te Generation Ostdeutschland“, die das kritische Hinterfragen der Vergangenheit mit dem zukunftsweisenden Anspruch zur Gestaltung verbinde. Auch die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky unterstrich dieses Leitmotiv der Initiative: „Die Aufarbeitung der SED-Diktatur ist kein Selbstzweck. Unser aller Aufgabe muss es sein, die Demokratie vor Gefahren wie politischem Extremismus und Terrorismus, vor Populismus, Politikverdrossenheit und sozialem Ungleichgewicht, aber auch vor unkontrollierter Online-Überwachung zu schützen“.

Als Vertreter der Initiative „3te Generation Ostdeutschland“ betonten Stephanie Maiwald und Johannes Staemmler, dass sich junge Menschen in Ost und West über ihre unterschiedlichen Erfahrungshorizonte austauschen sollten. Bestehende Unterschiede in den Lebensgewohnheiten sollten anerkannt und die Vielfalt der Erfahrungshorizonte bewusst genutzt werden. Darin liege eine große Chance für die Ausgestaltung der deutschen Einheit. Unter der Moderation von Doris Simon vom Deutschlandfunk diskutierten sie mit der Autorin Sabine Rennefanz und dem Soziologen Karl Ulrich Mayer sowie dem Publikum über die spezifischen Erinnerungen, Erfahrungen und Vorstellungen ihrer Generation.

Die Gesprächsrunde wird am Mittwoch, 20. November 2013 ab 19:15 Uhr im Deutschlandfunk ausgestrahlt. In Berlin hören Sie den Deutschlandfunk auf UKW 97,7. Weitere Frequenzen finden Sie unter www.dradio.de/dlf/frequenzen/.

Die Podiumsveranstaltung „Zwischen zwei Staaten – Die Dritte Generation Ostdeutschland“ ist die dritte Veranstaltung der Reihe „Vergangenheit erinnern – Demokratie gestalten“ des Bundespräsidenten und der Bundesstiftung Aufarbeitung. Diese wird auf der Webseite www.erinnern-und-gestalten.de ausführlich begleitet und dokumentiert.