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Aktuelle Meldung vom 18.11.2013

Diskussion: Schwieriges Erinnern an die Opfer totalitärer Systeme

Bundesstiftung Aufarbeitung präsentiert neues Buch zu Erinnerungsorten für die Opfer von Katyń

Als Symbol für die Ermordung von mehr als 22.000 Repräsentanten des polnischen Staats, Militärangehörigen und Zivilisten, durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD im Jahr 1940 ist das Massaker von Katyń in die öffentliche Erinnerung eingegangen. Dem Gedenken an die Opfer von Katyń ist der neueste Band der Buchreihe „Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen“ der Bundesstiftung Aufarbeitung gewidmet, der am 25. November gemeinsam mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt wird.

Katyń steht zugleich für den politischen Missbrauch der Erinnerung an kommunistische Verbrechen. Claudia Weber vom Hamburger Institut für Sozialforschung spricht in ihrem Einführungsvortrag deshalb vom „schwierigen Erinnern“. Wie umstritten die Aufarbeitung dieser Verbrechen nach wie vor ist, wurde erst jüngst deutlich, als Angehörige der Katyń-Opfer mit ihrer Forderung nach Offenlegung der Täternamen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte scheiterten.

Das Thema des Podiumsgesprächs nimmt Katyń als Ausgangspunkt und sucht Antworten auf die Frage, welche Bedeutung die Aufarbeitung kommunistischer Verbrechen heute in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik hat. Die Historikerin Claudia Weber, der emeritierte Professor für polnische Kultur Heinrich Olschowsky und der Historiker Bernd Faulenbach diskutieren über den Umgang mit dem Kommunismus: Wie stellen sich Gesellschaften der totalitären Vergangenheit? Welche Abgrenzungen zwischen Nationalsozialismus, Stalinismus und kommunistischer Diktatur sind dabei zu ziehen? Das Gespräch wird moderiert von der Publizistin und langjährigen Polen-Korrespondentin Helga Hirsch.

Podiumsdiskussion: Kommunistische Verbrechen erinnern
Datum: 25. November 2013
Uhrzeit: 18 Uhr
Veranstalter: Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Anna Kaminsky (Hrsg.): Erinnerungsorte für die Opfer von Katyń

Erarbeitet von Ruth Gleinig und Florian Peters, im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Leipziger Universitätsverlag, 2013. 336 Seiten, 22 EUR, ISBN: 978-3-86583-773-8
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/erinnerungsorte-1186.html