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Aktuelle Meldung vom 17.03.2014

didacta 2014: DDR-Geschichte auch für Schulen in Baden-Württemberg

Bundesstiftung Aufarbeitung wirbt auf der Bildungsmesse für die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur im Unterricht

Die Geschichte von DDR und deutscher Teilung sollte stärker als bisher aus gesamtdeutscher Perspektive betrachtet werden. Wie dieses Ziel im Schulunterricht umgesetzt werden kann, zeigt die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auf Europas größter Bildungsmesse didacta vom 25. bis 29. März in Stuttgart. Die Stiftung präsentiert aktuelle Unterrichtsmaterialien, bietet Fortbildungsangebote für Lehrkräfte an und organisiert Zeitzeugengespräche. „25 Jahre nach der Friedlichen Revolution wird immer noch zu wenig deutlich, warum die DDR-Geschichte heute auch für Baden-Württemberg wichtig ist“, sagte die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Anna Kaminsky. „Wir wollen Lehrkräfte in der Region und bundesweit dazu anregen, die SED-Diktatur nicht bloß als ostdeutsche Regionalgeschichte zu behandeln.“

Besondere Chancen bieten Gespräche mit Zeitzeugen im Unterricht, wie sie von der Bundesstiftung Aufarbeitung über das bundesweite Portal www.zeitzeugenbuero.de vermittelt werden. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Bildungsträger „Lernort Gedenkstätte“ organisiert die Stiftung am Donnerstag, 27. März ein Fortbildungsseminar, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Zeitzeugen Thomas Raufeisen über dessen Erfahrungen sprechen können. Bereits einen Tag vorher, am Mittwoch, 26. März setzen sich die Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Realschule in Stuttgart-Möhringen in einem Zeitzeugengespräch mit der Lebensgeschichte von Raufeisen auseinander.

Thomas Raufeisen wurde 1962 in Hannover geboren und musste 1979 unfreiwillig in die DDR übersiedeln. Sein Vater war DDR-Auslandsspion und wollte mit der Flucht der Familie in den Osten der drohenden Verhaftung entgehen. Die Versuche der Familie Raufeisen, in den folgenden Jahren wieder zurück in den Westen zu fliehen, scheiterten. Thomas Raufeisen wurde zu drei Jahren Haft, seine Eltern zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt.

Messestand der Bundesstiftung Aufarbeitung auf der didacta 2014: Halle 4, Stand Nr. 4G38.


Weitere Informationen zum Fortbildungsseminar in Stuttgart:
www.lernort-gedenkstaette.de/de/site.php/6701_DDR-Geschichte+im+Unterricht

Thomas Raufeisen im Zeitzeugenportal der Bundesstiftung Aufarbeitung: www.zeitzeugenbuero.de/index.php?id=detail&zzp=307