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Aktuelle Meldung vom 09.05.2014

Neu in der DVD-Edition: „Erich Loest – Durch das Leben ein Riss“

Filmbiografie würdigt das Lebenswerk eines außergewöhnlichen Chronisten deutscher Geschichte

Der biografische Dokumentarfilm „Erich Loest – Durch das Leben ein Riss“ über Leben und Abschied des Schriftstellers und Chronisten der deutsch-deutschen Geschichte ist erstmals als DVD erschienen. Ergänzt wurde der Film um umfangreiches didaktisches Begleitmaterial für den Einsatz in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen. Die 2013 erschienene Dokumentation ist eine gemeinsame Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und der Avanga Filmproduktion, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Im Leben des Schriftstellers Erich Loest manifestieren sich die Katastrophen und Brüche der vergangenen neun Jahrzehnte deutscher Geschichte: Loest war Hitlerjunge und Fähnleinführer, MG-Schütze und Werwolf; zuerst strammer SED-Kader, dann verurteilter Konterrevolutionär und politischer Häftling in Bautzen; in den Westen vertriebener Schriftsteller und Heimkehrer in seine Stadt Leipzig. Dort blieb Loest ein Einmischer und kritischer Begleiter.

Ausführlich und detailliert erzählt Erich Loest in dem Film von René Römer ein letztes Mal sein bewegtes Leben: Schonungslos sich und anderen gegenüber, von den ganz frühen Erinnerungen an den Reichstagsbrand bis in die jüngste Zeit. Loest besucht seine Kindheitsorte im sächsischen Mittweida und wird von der Kamera bei seinem Abschiednehmen von Leipzig zum Völkerschlachtdenkmal begleitet. Loest berichtet von den sowjetischen Panzern, die am 17. Juni 1953 durch Berlin rollten, von den Schäferhunden der Volkspolizei, die die Leipziger Beat-Demonstranten jagten, und der Zerstörung der Paulinerkirche der Messestadt.

Der 45-minütige Film zeichnet ein Porträt der jüngeren deutschen Geschichte und zugleich das Bild eines unbeugsamen Chronisten, der sich stets selbst in Frage stellte, um dann eine einmal erkannte Wahrheit zu verteidigen. Selbstbestimmt setzte der 87-jährige, schwer kranke Schriftsteller das Ende: Erich Loest wählte nur 14 Tage nach Abschluss der Dreharbeiten den Freitod.

DVD „Erich Loest – Durch das Leben ein Riss“
Herausgegeben von der Bundesstiftung Aufarbeitung 2014. Produziert vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und der Avanga Filmproduktion, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur 2013.
Das pädagogische Begleitmaterial wurde entwickelt von paedigi – pädagogik digital.
Die DVD kann für eine Schutzgebühr von 5,00 EUR im Online-Publikationsshop der Bundesstiftung Aufarbeitung bestellt werden unter: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/erinnerungskultur-1273.html?PAGE=artikel_detail&artikel_id=296