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Aktuelle Meldung vom 05.01.2015

Mannheimer Kommunismusforscher Hermann Weber im Alter von 86 Jahren verstorben

Bundesstiftung Aufarbeitung würdigt herausragende Historikerpersönlichkeit

Der Nestor der historischen Kommunismus- und DDR-Forschung, Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Weber, ist am 29. Dezember 2014 im Alter von 86 Jahren verstorben. „Seine Studien und Dokumentationen zur Geschichte des Kommunismus, der KPD sowie der DDR sind Standardwerke, die in Forschung und Lehre, vor allem aber auch in der historischen Bildungsarbeit Bestand behalten werden“, erklärt die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Dr. Anna Kaminsky in Berlin.

Hermann Weber war der Bundesstiftung seit ihrer Gründung im Jahre 1998 nicht nur als Stiftungsrat (bis 2011) eng verbunden. Seit 2004 erscheint unter ihrem Dach das von Weber 1993 begründete Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung. Gemeinsam mit seiner Frau Gerda hat Hermann Weber 2003 die unselbständige Gerda-und-Hermann-Weber-Stiftung in die Bundesstiftung Aufarbeitung eingebracht, die als Erbe des Ehepaars die Kommunismusforschung fördern soll. Schließlich hat der Mannheimer Historiker bereits zu seinen Lebzeiten damit begonnen, seine umfängliche Bibliothek sowie sein reichhaltiges Privatarchiv an die Bundesstiftung Aufarbeitung zu übergeben.

„Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verliert mit Hermann Weber einen großartigen Freund und Förderer“, so Anna Kaminsky: „Wie kaum ein anderer hat Hermann Weber seine biographisch begründete Leidenschaft für die Aufarbeitung der Kommunismusgeschichte mit der Akribie und der nüchternen Abgewogenheit des Wissenschaftlers verbunden. Hermann Weber hat sich nach der Friedlichen Revolution große Verdienste bei der Sicherung der DDR-Archive sowie bei der gesamtdeutschen Aufarbeitung der SED-Diktatur erworben.“