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Aktuelle Meldung vom 03.03.2015

Neue Forschungen zu Frauen im Kommunismus

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2015 widmet sich wenig beachtetem Thema

„Frauen im Kommunismus“ ist das Thema des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2015, das am 12. März im Berliner Metropol Verlag erscheint. „Obwohl Frauen in den kommunistischen Bewegungen vereinzelt Führungsrollen übernehmen konnten, gab es bezüglich ihrer politischen Teilhabe eine große Kluft zwischen dem emanzipatorischen Anspruch und der Wirklichkeit“, so der leitende Herausgeber des Jahrbuchs Ulrich Mählert. Trotz einzelner Untersuchungen in den vergangenen Jahren sei dieser Teil der Kommunismusgeschichte bisher zu wenig beachtet worden.

Wie weitgefasst das Forschungsfeld „Frauen im Kommunismus“ tatsächlich ist, zeigt das breite Spektrum der Einzelbeiträge des Jahrbuchs. Die Themen reichen von der Frauenpolitik der chinesischen KP in den 1920er bis 1940er Jahren (Nicola Spakowski) über die Geschichte ukrainischer Nationalistinnen im Konflikt mit den kommunistischen Sicherheitsorganen (Olena Petrenko) bis zur Rolle der Frauen im italienischen Kommunismus der Nachkriegszeit (Claudia Christiane Gatzka).

Jenseits des Themenschwerpunkts finden sich im JHK Beiträge u.a. zum „Spiegel-Manifest“ von 1977/78, zu dem Siegfried Suckut neue Dokumente präsentiert, sowie zum Totenkult in der Sowjetunion. In der Rubrik Forum setzt sich zum einen Klaus Schönhoven mit dem historischen Selbstverständnis von SPD und Linkspartei auseinander. Zum anderen plädiert Anna Kaminsky dort für eine stärkere Kontextualisierung der DDR-Geschichte in der Kommunismusgeschichte.

Das 1993 von Hermann Weber in Mannheim begründete und seit 2004 im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung herausgegebene Jahrbuch ist die wichtigste deutschsprachige Plattform der deutschen und internationalen historischen Kommunismusforschung. Angesichts des überraschenden Todes von Hermann Weber am 29. Dezember 2014 verzichteten die Herausgeber auf ein Vorwort zugunsten eines Nachrufs auf den bedeutenden Kommunismusforscher.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Informationen finden Sie unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2015, hrsg. von Ulrich Mählert u. a. im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung. Berlin: Metropol Verlag 2015. 320 S., 20 Abbildungen, ISBN: 978-3-86331-225-1, 29,- Euro.

Ab 12. März im Buchhandel erhältlich.