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Aktuelle Meldung vom 20.07.2015

Veranstaltungsnachlese: Wie gut war das Gesundheitssystem der DDR?

Vierter Teil der Reihe „Erinnerungsort DDR. Alltag. Herrschaft. Gesellschaft“

Das Gesundheitssystem der DDR war Thema des vierten Podiumsgesprächs der Reihe „Erinnerungsort DDR“ am 14. Juli. Von Beginn an galt das Gesundheitswesen in der DDR als eine Vorzeige-Errungenschaft des Sozialismus. Es stand unter dem parteipolitischen Anspruch, moderne und kostenlose Behandlung für jedermann zu ermöglichen. Damit sollte die Arbeitskraft der Bevölkerung erhalten und gestärkt werden.

Der SED-Staat investierte stark in Polikliniken und Vorsorgeuntersuchungen, in die Ausbildung des Personals und die medizinische Forschung. Doch immer deutlicher waren in der Praxis die Engpässe bei der Versorgung mit Verbrauchsgütern, medizintechnischer Ausrüstung und Medikamenten zu spüren. Auch der zunehmende Mangel an Ärzten und Pflegekräften war ein allgegenwärtiges Problem.

Neben den politisch-ideologischen Grundlagen und den Strukturen des DDR-Gesundheitswesens wird bei der Veranstaltung auch der Alltag in Krankenhäusern, Polikliniken und Arztpraxen für Personal und Patienten thematisiert werden. War die medizinische Versorgung tatsächlich für alle gleich? Taugt das Gesundheitswesen der DDR als Vorbild für heute?

Über diese Fragen diskutierten nach einem Vortrag von Rainer Erices (Institut für Geschichte und Ethik der Medizin Erlangen), die Ärztin und Bundesministerin a. D. Sabine Bergmann-Pohl, DDR-Gesundheitsminister a. D. Jürgen Kleditzsch sowie der Ehrenpräsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern Winrich Mothes. Das Gespräch wurde moderiert von der Wissenschaftsjournalistin Lilo Berg.

Die Veranstaltung wurde in Bild und Ton dokumentiert und kann in voller Länge unter folgendem Link nachgehört werden: http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/veranstaltungsnachlese-2015-4850.html?id=2631.