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Aktuelle Meldung vom 04.08.2015

Flucht und Fluchthilfe: Grenzen überwinden im geteilten Deutschland – und heute

Vergleichende Diskussion zum 54. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer

Sie wollten politischer Verfolgung entgehen, Reise- und Meinungsfreiheit in Anspruch nehmen, die Familie wiedersehen oder ein besseres Leben – die Motive der Menschen zur Flucht waren in der DDR vielfältig, trotz lebensbedrohlicher Gefahren. Zum 54. Jahrestag des Mauerbaus werden am 11. August Flüchtlinge aus der DDR und ihre Helfer von der Fluchthilfe im geteilten Deutschland berichten und über Ankunft und Aufnahme in Westdeutschland sprechen.

Zugleich soll die Perspektive erweitert werden auf die aktuellen Fluchtbewegungen aus Kriegs- und Krisengebieten. Flüchtlingspolitik heute und damals bewegt sich in unterschiedlichen historischen Zusammenhängen, dennoch werden immer wieder Vergleiche angestellt. Auf spektakuläre, umstrittene Weise etwa bei den Aktionen des „Zentrums für politische Schönheit“, aber auch in der Medienberichterstattung und nicht zuletzt im Schulunterricht. Schülerinnen und Schüler fragen ohne Scheuklappen nach Parallelen und Unterschieden zwischen damals und heute, wenn sie sich mit der Geschichte des geteilten Deutschlands auseinandersetzen.

Bei der Podiumsveranstaltung soll aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert werden: In seiner Einführung wird der Berliner Autor und Journalist Maik Baumgärtner über das Spannungsverhältnis zwischen Fluchthelfern von damals und Schleppern von heute sprechen. Anschließend berichten der Fluchthelfer für DDR-Flüchtlinge Ralph Kabisch und die Zeitzeugin Konstanze Helber, die 1977 selbst einen Fluchtversuch unternahm, über ihre Erfahrungen. Über das Ankommen von Flüchtlingen sprechen die Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Maria Nooke und Uta Sternal, Leiterin des Übergangswohnheims Marienfelde, in dem aktuell Flüchtlinge aufgenommen werden. Wie seine Flucht vor zwei Jahren verlaufen ist, schildert der syrische Bauingenieur Anas Sharaf Aldeen, die Perspektive der jungen Generation bringt Paul Schwenn ein, der zuletzt ein Freiwilliges Soziales Jahr im politischen Leben ableistete. Das „Zentrum für politische Schönheit“ hat eine Teilnahme an der Diskussion aus terminlichen Gründen abgesagt. Moderiert wird die Veranstaltung von Helge Eikelmann und Marcus Kiesel.

Podiumsdiskussion: Flucht und Fluchthilfe in Deutschland: Grenzen überwinden – auch in der Erinnerungskultur?
Datum: Dienstag, 11. August 2015
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin-Mitte
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.