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Aktuelle Meldung vom 10.09.2015

Veranstaltungsnachlese: Fußball in der DDR – zwischen staatlicher Lenkung und „kleiner Freiheit“

Fünfter Teil der Diskussionsreihe „Erinnerungsort DDR. Alltag. Herrschaft. Gesellschaft“

DDR-Rekordtorhüter Jürgen Croy und der ehemalige Schiedsrichter Bernd Heynemann diskutierten am 8. September in der Bundesstiftung Aufarbeitung mit weiteren Experten über den Fußball in der DDR. Dieser war für die „Sportnation DDR“ von herausragender Bedeutung. Die SED-Führung hatte sich schon früh die politische Kontrolle über den Volkssport Nummer Eins gesichert und ihn in ihr Leistungssportsystem integriert. In keine andere Sportart wurden bis 1989 so viele finanzielle und personelle Ressourcen investiert.

Trotzdem blieben die kickenden „Staatsamateure“ international meist hinter den Erwartungen der Funktionäre wie der Fans zurück. Prestigeträchtige Erfolge wie der Sieg gegen die Bundesrepublik bei der WM 1974 oder die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1976 blieben Ausnahmen. Die Ligaspiele waren in der Bevölkerung dennoch beliebt. Über wenig wurde in der DDR so leidenschaftlich diskutiert wie über die Fußballergebnisse vom Wochenende.

Über die Bedeutung des Fußballs in der DDR, politische Vorgaben und den Einfluss von Partei und Stasi diskutierten neben Jürgen Croy und Bernd Heynemann der Sporthistoriker Hanns Leske und der Autor Frank Willmann. Das Gespräch wird moderiert von Oliver Fritsch, Sportredakteur bei Zeit Online.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Erinnerungsort DDR. Alltag. Herrschaft. Gesellschaft“. Diese widmet sich am Beispiel verschiedener Politik- und Gesellschaftsfelder dem Spannungsfeld von Alltagsleben und Herrschaft in der DDR und fragt nach den Spuren, die die SED-Diktatur im Alltag hinterlassen hat. Sie wird gemeinsam organisiert vom Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, der Deutschen Gesellschaft e.V. und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Veranstaltung wurde in Bild und Ton dokumentiert und kann in voller Länge unter diesem Link nachgehört werden.