Aktuelles

Aktuelle Meldung vom 16.11.2015

Veranstaltungsnachlese: Drushba?! Die deutsch-sowjetische Freundschaft

Siebter Teil der Diskussionsreihe „Erinnerungsort DDR. Alltag. Herrschaft. Gesellschaft“

Die siebte Veranstaltung der Reihe „Erinnerungsort DDR“ im Jahr 2015 widmete sich am 10. November den vielschichtigen und teilweise widersprüchlichen Beziehungen zwischen der DDR und der Sowjetunion.

Diese waren über Jahrzehnte von der Ausgangslage des 1945 etablierten Besatzungsregimes und der Gründung der DDR nach sowjetischem Vorbild bestimmt. Die SED proklamierte die deutsch-sowjetische Freundschaft als „Herzenssache aller Deutschen“ und zeichnete ein stark idealisiertes Bild des „Großen Bruders“: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“, lautete das allgegenwärtige Motto.

Den meisten Menschen in der DDR erschien der sozialistische Bruderbund mit der Sowjetunion jedoch als Zwangsgemeinschaft. Als 1985 Michail Gorbatschow an die Macht kam, verkehrte sich diese Situation ins Gegenteil. Glasnost und Perestroika weckten großes Interesse in der Bevölkerung, während die SED-Führung versuchte, sich vom Reformeifer des einstigen großen Vorbilds zu lösen.

Die Podiumsteilnehmer gingen der Frage nach, wie sich die deutsch-sowjetischen Beziehungen im Laufe ihrer Geschichte entwickelten. Wie begegneten sich die Menschen auf offiziellen und inoffiziellen Wegen? Wie erlebten die DDR-Bürger im Alltag die „fremden Freunde“, die vor allem als Soldaten im Land stationiert waren? Nach einem Impuls des Wissenschaftlichen Leiters des DDR Museums Berlin, Stefan Wolle, diskutierte dieser mit dem Historiker Jan C. Behrends (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), dem Schriftsteller Friedrich Dieckmann und dem Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung Thomas Krüger. Das Gespräch wurde moderiert von Volker Weichsel, Redakteur der Zeitschrift „Osteuropa“.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Erinnerungsort DDR. Alltag. Herrschaft. Gesellschaft“. Diese widmet sich am Beispiel verschiedener Politik- und Gesellschaftsfelder dem Spannungsfeld von Alltagsleben und Herrschaft in der DDR und fragt nach den Spuren, die die SED-Diktatur im Alltag hinterlassen hat.

Die Veranstaltung wurde in Bild und Ton dokumentiert und kann in voller Länge unter diesem Link nachgehört werden.