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Aktuelle Meldung vom 07.01.2016

Um Leben und Tod – Zeitzeugengespräch mit Regisseur Celino Bleiweiss und Marion Brasch

Als Regisseur und Drehbuchautor wurde er in der DDR unter dem Namen Celino Bleiweiß bekannt, bevor er 1983 in die Bundesrepublik übersiedelte. Geboren worden war er 1937 als Moses „Mechl“ Feiler im polnischen Przemyśl. Nachdem seine Eltern bei einem Massaker deutscher Einsatzgruppen im September 1939 ermordet wurden, nahm er die Identität der ebenfalls getöteten Jüdin Celina Bleiweiß an.

Deren Eltern besaßen amerikanische Pässe. Sein neuer „Vater“, Richard Bleiweiß (1906 –1998), fälschte den Vornamen seiner ermordeten Tochter – fortan hieß Mechl Feiler Celino Bleiweiß. Als sogenannte Austauschjuden wurde die Familie 1942 in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert. Am 11. April 1945 überstellte die SS sie nach Theresienstadt. Das Chaos des Kriegsendes führte jedoch zu einer Irrfahrt des Zuges, die am 23. April 1945 in Tröbitz endete. Dort befreiten sowjetische Soldaten die 2.000 Insassen. 1949 zogen die Bleiweiß’ nach Dresden. Celino Bleiweiß wurde ein erfolgreicher Theaterregisseur und Drehbuchautor in der DDR. Ab 1983 setzte er seine Karriere in der Bundesrepublik fort.

Im Gespräch mit der Journalistin und Schriftstellerin Marion Brasch erinnert sich Celino Bleiweiss an sein bewegtes Leben: „Für mich war sehr schnell klar – auch als Kind – dass es um Leben und Tod geht.“

Zeitzeugengespräch mit Celino Bleiweiss und Marion Brasch

Veranstalter: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Datum: Mittwoch, 13. Januar 2016
Uhrzeit: 18 Uhr
Salon Karl-Marx-Buchhandlung | Karl-Marx-Allee 78 | 10243 Berlin

Anmeldung erbeten unter info@stiftung-denkmal.de


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