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Aktuelle Meldung vom 17.02.2016

Konspiration und Kommunismus: Das Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2016

Jahrbuch dem Grundprinzip kommunistischer Parteiarbeit gewidmet

„Konspiration und Kommunismus“ ist das Thema des „Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2016“, das am 2. März im Berliner Metropol Verlag erscheint. Konspiration zählte von Beginn an zu den Grundprinzipien kommunistischer Parteiarbeit. Ende des 19. Jahrhunderts in Europa und im zaristischen Russland selbst politischer Verfolgung ausgesetzt, entwickelte die revolutionäre Linke in ihrer konspirativen Arbeit ungeahnte Dynamiken. Wo immer eine kommunistische Partei die Macht errang, wurden die geheimen Parteistrukturen zum Nukleus von Geheimdiensten, die die eigene Herrschaft absicherten. Kommunistische Parteien sahen sich stets dem Verdacht ausgesetzt, zu taktieren, konspirative Praktiken zu verfolgen und subversiv zu wirken. Dass diese Vorhaltungen berechtigt waren, zeigen auch die Beiträge zum Schwerpunkt des „Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung 2016“.

Die Autorinnen und Autoren nähern sich dem Thema anhand biografischer Skizzen und Analysen von Parteien und Institutionen. Wie wurden KP-Mitglieder zu V-Männern der Gestapo oder anderer Geheimdienste (Andreas Herbst, Udo Grashoff, Bodo Hechelhammer, Kimmo Rentola, Hans Schafranek)? Wie setzte der Geheimdienst der Komintern seine Kuriere ein (Morten Møller)? Am Beispiel der KP Polens wird gezeigt, wie Misstrauen das Handeln der kommunistischen Parteien prägte (Eryk Krasucki, Ute Caumanns). Um Vertrauen warb dennoch die DDR in ihrem Streben nach Anerkennung in Skandinavien mittels „Freundschaftsgesellschaften“, überwacht von den Nachrichtendiensten der Länder.

Jenseits des Themenschwerpunkts finden sich im JHK Beiträge zu Hugo Urbahns (Marcel Bois), zur Rolle der Anwälte in Prozessen gegen Kommunisten in der Bundesrepublik in den 1950er Jahren sowie zu Reaktionen in der DDR-Bevölkerung nach dem XX. Parteitag der KPdSU.

Das 1993 von Hermann Weber in Mannheim begründete und seit 2004 im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung herausgegebene Jahrbuch ist die wichtigste deutschsprachige Plattform der deutschen und internationalen historischen Kommunismusforschung.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Informationen finden Sie unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/jahrbuch

Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2016, hrsg. von Ulrich Mählert u.a. im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung. Berlin: Metropol Verlag 2016. 288 S., 23 Abbildungen, ISBN: 978-3-86331-280-0, 29,- Euro.
Ab 2. März im Buchhandel erhältlich.