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Aktuelle Meldung vom 21.03.2016

Podiumsdiskussion am 5.04.: Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in DDR und (Ost-)Deutschland

Auftakt der Veranstaltungsreihe „Deutschland 2.0“ – Die DDR im vereinigten Deutschland

Im März musste sich Bundespräsident Gauck in Bautzen als „Volksverräter“ beschimpfen lassen. Vor allem im Osten Deutschlands steigt die Zahl der Gewalttaten gegen Flüchtlingseinrichtungen, Bewegungen wie Pegida bringen fremdenfeindliche Einstellungen auf die Straße. Seit 1990 kommt es in Ostdeutschland immer wieder zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen. Bis heute bleibt die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten im Osten des Landes überproportional hoch, rechte Parteien und Organisationen agieren dort erfolgreicher als im Westen.

Diese Phänomene werden häufig mit der fehlenden demokratischen Kultur in der DDR und den Erschütterungen durch die Transformation nach 1990 begründet. Hinzu kommt, dass neonazistische Erscheinungen und offene Fremdenfeindlichkeit in der DDR lange geleugnet wurden. Aber auch im Westen Deutschlands sorgen fremdenfeindliche Übergriffe immer wieder für Schlagzeilen.

Die erste Veranstaltung der Reihe »Deutschland 2.0« geht am 5. April, 18 Uhr der Frage nach, inwiefern die Wurzeln des heutigen Rechtsextremismus in Ostdeutschland in die Geschichte der DDR zurückreichen. Welche Einflüsse aus dem Westen wurden nach der Wiedervereinigung wirksam? Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Systemerfahrungen in beiden Landesteilen bei der Ausprägung und Verbreitung von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit? Über diese Fragen diskutieren der ehemalige sächsische Innenminister Heinz Eggert, der Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt (Technische Universität Dresden), der ehemalige niedersächsische Justizminister und Kriminologe Christian Pfeiffer sowie die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Peggy Piesche (Bayreuth Academy of Advanced African Studies, ADEFRA e. V. – Schwarze Frauen in Deutschland). Das Podium wird moderiert vom Chefredakteur von Deutschlandradio Kultur Peter Lange.

Mehr als 25 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Diktatur und der deutschen Einheit fragt die Veranstaltungsreihe „Deutschland 2.0“ danach, wie die DDR bis heute nachwirkt. Die Reihe wird gemeinsam ausgerichtet vom Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, der Deutschen Gesellschaft e.V. und der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Weitere Informationen unter: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/deutschland-2-0-5400.html

Podiumsdiskussion: Geschlossene Gesellschaft. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in der DDR und in (Ost-)Deutschland
Veranstalter: Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Deutsche Gesellschaft e. V., Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Datum: Dienstag, 5. April 2016
Uhrzeit: 18 Uhr
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin-Mitte
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.