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Aktuelle Meldung vom 06.04.2016

Bundesweit 900 Gedenkorte zu kommunistischer Diktatur, Teilung und Einheit

Dokumentationsband „Orte des Erinnerns“ in dritter, überarbeiteter Neuauflage erschienen

Mehr als 900 Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen erinnern an die kommunistische Diktatur in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR und ihre Opfer. Der Band „Orte des Erinnerns“ erläutert anhand kurzer Texte die Geschichte und Bedeutung der einzelnen Orte, ergänzt mit 331 farbigen Abbildungen.

Seit der ersten Ausgabe 2004 hat sich die Zahl der verzeichneten Gedenkorte nahezu verdreifacht. „Wir können sehen, dass die Erinnerung an das Unrecht der SED-Diktatur im öffentlichen Raum in den vergangenen zwölf Jahren stärker sichtbar geworden ist“, erklärte die Herausgeberin Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung. Dabei sind nicht alle Orte nach dem Ende der kommunistischen Diktatur 1989 entstanden: Allein 60 von ihnen erinnerten bereits zuvor auf der westlichen Seite der innerdeutschen Grenze an die deutsche Teilung, die Opfer des Grenzregimes und den Volksaufstand vom 17. Juni 1953.

„Die dokumentierten Gedenkorte sind ein Ausdruck der vielfältigen Erinnerung an das geschehene Unrecht, an Verfolgung und Repression, an die deutsche Teilung und ihre Folgen. Sie erinnern aber auch an den Mut und die Zivilcourage derjenigen, die sich in den vier Jahrzehnten dieser Diktatur widersetzten und dazu beitrugen, dass sie mit der Friedlichen Revolution vom Herbst 1989 überwunden werden konnte“, sagte Anna Kaminsky.

Neben den dargestellten Erinnerungsorten liefern acht thematische Einzeldarstellungen ergänzende Informationen zu einzelnen historischen Themen und Ereignissen wie dem Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 oder dem Mauerbau am 13. August 1961. Gewidmet ist das Buch den ehemals politisch Verfolgten und ihren Angehörigen. „Es war vor allem ihr beharrliches Engagement, das die Erinnerung an das politische Unrecht wachgehalten und die Errichtung der vorgestellten Gedenk- und Erinnerungsorte oft erst ermöglicht hat. Ohne ihren aufopferungsvollen Einsatz hätte das vorliegende Buch nicht entstehen können“, sagte die Herausgeberin.

Anna Kaminsky (Hg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. Berlin: Ch. Links Verlag 2016. 664 Seiten, im Buchhandel erhältlich für 30,00 Euro.
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