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Aktuelle Meldung vom 20.08.2016

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur erinnert an die Niederschlagung des Prager Frühlings am 20. August 1968

38 Jahre nach dem Beginn der gewaltsamen Niederschlagung des Prager Frühlings am 20. August 1968 erinnert die Bundesstiftung Aufarbeitung an dieses historische Symbol der Hoffnung für Millionen Menschen in Ost und West. Truppen des Warschauer Paktes beendeten den Versuch der tschechoslowakischen Führung unter Alexander Dubcek, durch Liberalisierung und Demokratisierung einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu schaffen.

Die Niederschlagung des Prager Frühlings kostete mehr als 70 Menschen das Leben. An die Opfer wie auch an das Ereignis selbst erinnern heute in Tschechischen Republik und der Slowakei zahlreiche Gedenkorte, die in der Online-Publikation "Erinnerungsorte an die Niederschlagung des Prager Frühlings" (Hg. Anna Kaminsky, bearbeitet von Ronny Heidenreich im Auftrag der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, 2008) dokumentiert sind, die hier [1,2 MB] heruntergeladen werden kann.

In der DDR hatten die Reformen im Nachbarland vor allem bei jungen Menschen die Hoffnung auf gesellschaftlichen Wandel und größere Freiheiten geweckt. Diese Hoffnung wurde, wie schon am 17. Juni 1953 in der DDR und bei den Aufständen gegen die kommunistische Herschaft in Polen und Ungarn 1956, mit Waffengewalt erstickt. Im Portal www.zeitzeugenbuero.de finden sich zahlreiche Zeitzeugen, die über ihr Erleben des Prager Frühlings berichten, etwa Hans-Jürgen Fink , Hartmut Ernst Henke , Ralph Kabisch und Reinhard Bohse.

Auf dem Prager Wenzelsplatz spielen am 21. August 2016 mehrere Rockbands, um an die dramatischen Ereignisse vor 48 Jahren zu erinnern. Mit dabei ist auch die Kultband „Speiches Monokel“, dessen Mitbegründer Jörg "Speiche" Schütze aus politischen Gründen in verschiedenen DDR-Haftanstalten einsaß. Außerdem treten bekannte tschechische Bands wie Primitives Group, Vladimír Merta, Jaroslav Hutka und George and Beatovens auf. Weitere Informationen zum Programm der Veranstaltung, für das die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen mitverantwortlich ist, finden Sie hier.