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Aktuelle Meldung vom 22.08.2016

Das „Fanal von Zeitz“: Zum 40. Todestag von Pfarrer Oskar Brüsewitz

Am 18. August 1976 übergoss sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz mit Benzin und zündete sich an. Mit diesem Fanal protestierte er gegen die Unterdrückung der Kirchen durch die kommunistischen Machthaber in der DDR. Vor 40 Jahren, am 22. August 1976, erlag Brüsewitz seinen Verbrennungen, ohne dass seine Familie ihn zuvor im Krankenhaus besuchen durfte. Oskar Brueswitz

Während Brüsewitz‘ Tat von den Machthabern totgeschwiegen oder propagandistisch als das Werk eines Wahnsinnigen dargestellt wurde, war seine „Republikflucht in den Tod“ (Wolf Biermann) für viele Oppositionelle innerhalb und außerhalb der Kirche in der DDR ein wichtiger Ansporn.

Auch in der Bundesrepublik fand das „Fanal von Zeitz“ Widerhall: Am 18. Oktober 1977 wurde in Bad Oeyenhausen das Brüsewitz-Zentrum gegründet. Das Zentrum hatte die Aufgabe, Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, in der DDR zu dokumentieren, Christen in der DDR Hilfe zu leisten, Flüchtlinge zu betreuen und publizistisch auf die Situation von Christen und Kirche in der DDR hinzuweisen.

Der rund fünf laufende Meter umfassende Bestand des Brüsewitz-Zentrums kam im Jahr 2004 auf Initiative des Vorsitzenden Prof. Dr. Wolfgang Stock in das Archiv der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Dieser wurde mit einem Findbuch erschlossen und damit für Recherchen zugänglich gemacht.

Über das Leben und Wirken von Oskar Brüsewitz verfasste Kathrin Mileta 2006 im Auftrag der Bundesstiftung Aufarbeitung einen biografischen Abriss, der hier [170 KB] heruntergeladen werden kann.