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Aktuelle Meldung vom 06.09.2016

Bundesstiftung Aufarbeitung befürwortet Gedenkstätte auf dem Chemnitzer Kaßberg

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt die Schaffung eines lebendigen Gedenkortes auf dem Gelände des ehemaligen Gefängnisses auf dem Chemnitzer Kaßberg. Dazu sagte die Geschäftsführerin Dr. Anna Kaminsky: „Wir wünschen uns einen Lernort, der eine fundierte und zugleich lebendige Auseinandersetzung ermöglicht. Besonders für die Schülerinnen und Schüler in Chemnitz und Umgebung ist das Erlebnis von historischer Erfahrung in der eigenen Nachbarschaft ein hervorragender Zugang für die Vermittlung der Geschichte der SED-Diktatur.“

In den vergangenen Jahren hat es vielfältige Initiativen gegeben, um das Gefängnis auf dem Kaßberg einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und vor allem für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zu nutzen. Die endgültige Nutzung ist jedoch immer noch umstritten, auch ein Teilabriss des historischen Gebäudes scheint möglich. Aktuelle Planungen sehen lediglich vor, mit Gedenktafeln an die Historie des Haftortes zu erinnern.

Das Kaßberg-Gefängnis hat wegen der einmaligen Geschichte der Häftlingsfreikäufe in der DDR eine bundesweite Bedeutung. Mehr als 33.000 politische Häftlinge wurden zwischen 1963 und 1989 gegen Devisen in einer Höhe von rund 3,5 Milliarden DM aus der DDR freigekauft und in die Bundesrepublik entlassen. Als Schauplatz dieser Entlassungen ist der Chemnitzer Kaßberg ein besonderer historischer Ort der deutsch-deutschen Teilungsgeschichte.