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Aktuelle Meldung vom 13.09.2016

Neue Informationstafeln am ehemaligen Militärgefängnis Schwedt enthüllt

Am 12. September 2016 wurden zwei neue Gedenk- und Informationstafeln für die Erinnerung an das Unrecht im ehemaligen Militärgefängnis Schwedt / Oder (Landkreis Uckermark) als Mosaikstein gegen das Vergessen enthüllt. Bürgermeister Jürgen Polzehl, Karin Melzer vom Kulturministerium, Sabine Kuder von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Vorsitzende des Vereins DDR-Militärgefängnis Detlef Fahle nahmen an der feierlichen Enthüllung der Informationstafeln teil. Für die ehemaligen Gebäude der Militärstrafanstalt und den Wachturm wurden zudem Denkmalplaketten übergeben. Der Ort wurde von Kulturministerin Martina Münch als ein wichtiger Ort der Erinnerung und der Aufarbeitung gewürdigt.

Die beiden Informationstafeln informieren in ihrer Funktion als Mosaikstein gegen das Vergessen über die Gefängnisgeschichte und eine dazugehörige Dauerausstellung. Die 20 Text-Bild-Tafeln umfassende Ausstellung „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast Schwedt als Ort der Repression“, wurde im Mai 2016 im Schwedter Stadtmuseum eröffnet und von Rüdiger Wenzke, Leitender Wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr in Potsdam, konzipiert. Eine Kopie der Dauerausstellung, die aktuell im Arrestbereich der ehemaligen Disziplinareinheit zu sehen ist, wird bundesweit präsentiert. 2017 wird sie in Leverkusen zu sehen sein. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und das Kulturministerium haben die Ausstellung und die Informationstafeln mit jeweils 18.000 Euro gefördert.

Zum gleichen Thema hatte die Bundesstiftung Aufarbeitung 2012 die DVD „Wer dort war schweigt. Das DDR-Militärgefängnis Schwedt zwischen Mythos und Wahrheit“ herausgegeben. Für den Film von Reinhard Joksch und Stefan Sarina haben sich einige ehemalige Gefangene und Aufseher bereit erklärt, ihr Schweigen zu brechen. In der Dokumentation erzählen sie von ihren Erlebnissen im DDR-Militärgefängnis Schwedt. Die DVD kann im Publikationsshop der Bundesstiftung Aufarbeitung bestellt werden.

Das Strafanstalt Schwedt wurde als einziges Militärgefängnis der DDR ab 1968 zur Inhaftierung von Angehörigen der NVA und der Kasernierten Einheiten des Ministeriums des Inneren der DDR genutzt, ab 1982 wurde sie zusätzlich dazu als „Disziplinareinheit 2“ des Verteidigungsministeriums weitergeführt. Rund 800 Soldaten wurden zwischen 1982 bis 1990 dort interniert.