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Aktuelle Meldung vom 10.11.2016

Filmpremiere am 15. November: „Was wurde aus der SED?“

Dokumentarfilm zeichnet die Entwicklung der ehemaligen DDR-Staatspartei nach 1989 nach

„SED – das tut weh“ riefen die Menschen auf den Leipziger Montagsdemonstrationen 1989. Sie hatten genug von der Misswirtschaft, von den Bespitzelungen der Stasi, von Umweltverschmutzung und dem Verfall der Städte. Sie hatten genug von der „Partei der Arbeiterklasse“, die für all die Missstände und Repressionen verantwortlich war.

So wie der Staat, den die SED diktatorisch regiert hatte, würde sie verschwinden, das prophezeiten ihr fast alle Beobachter: In freien Wahlen hätte sie keine Chance! Doch es kam anders: Schon bei den Wahlen im März 1990 erhielt die Partei fast 17 Prozent der Stimmen. Im Dezember 1990 zog sie im wiedervereinten Deutschland in den Bundestag ein. Heute ist die Nachfolgepartei „Die Linke“ im politischen Spektrum etabliert. Wie ist das passiert?

Für den Film „Was wurde aus der SED?“ hat der Autor Jan N. Lorenzen mit Zeitzeugen gesprochen, etwa mit Norbert Voigtsberger, der 1989 auf dem außerordentlichen Parteitag der SED deren Auflösung forderte, mit Dietmar Bartsch, der als Schatzmeister der PDS in den Jahren 1991 bis 1994 zum finanziellen Überleben der Partei beigetragen hat und mit Dietmar Keller, der sich 1994 im Deutschen Bundestag bei den Opfern der SED-Diktatur entschuldigte. Immer geht es dabei um die Fragen: Wie viel der alten SED steckt noch immer in der heutigen Nachfolgepartei? Wie hat die PDS den Sprung in eine pluralistische Parteiendemokratie geschafft? Wieso ist sie nicht einfach verschwunden – für immer abgewählt aufgrund ihrer Vergangenheit? Die Antworten sind verblüffend und provozierend: Auch wenn viele Mitglieder die eigene Vergangenheit und die DDR insgesamt verharmlosen, hat die Partei doch eine erstaunliche Metamorphose von der monolithischen Kaderpartei zur linken Sammlungsbewegung durchgemacht.

Im Anschluss an die Filmpremiere berichtet der Autor Jan N. Lorenzen über den Entstehungsprozess des Films. Der Dokumentarfilm ist eine Koproduktion der Hoferichter & Jacobs GmbH und des MDR Fernsehens, gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED Diktatur.

Der Film wird im Programm der ARD am 21. November um 23:30 Uhr erstmals ausgestrahlt.

Filmpremiere: Was wurde aus der DDR?
Veranstalter: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig, Mitteldeutscher Rundfunk, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Datum: 15. November 2016
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig | Grimmaische Straße 6 | 04109 Leipzig