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Aktuelle Meldung vom 27.11.2016

Konferenz am 1./2.12.: Utopie und Gewalt. Werk und Wirkung des Schriftstellers Andrej Platonow

Mit Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung organisiert die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde eine 2-tägige Konferenz zum Leben und Werk des Chronisten Andrej Platonow. Die Konferenz markiert den Beginn der gleichnamigen Veranstaltungsreihe "Utopie und Gewalt".

Seit in der Spätphase der Perestrojka viele Archive zugänglich wurden, ist das Wissen über die „Ordnung des Terrors“ in der Frühphase der Sowjetunion erheblich gewachsen. Die Begeisterung für den kommunistischen Gesellschaftsentwurf mobilisierte breite Schichten der Bevölkerung. Aber auch Gewalt und Terror waren Schlüsselressourcen, mit denen Stalin und die Bolschewiki die Sowjetisierung durchsetzten. Das gilt nicht nur für das Zentrum, sondern auch für die agrarische, vormoderne Peripherie. An der Schwelle zum hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution sind die Infrastruktur, die Wirtschaft, die Politik und die gesellschaftlichen Praktiken in Russland noch immer vom ambivalenten Erbe dieser spezifischen Moderne geprägt. In seinem Roman "Die Baugrube" gibt Platonow dem utopischen Impuls und revolutionären Enthusiasmus ebenso Ausdruck wie den Abgründen der Gewalt. Die Ambivalenzen der sowjetischen Modernisierung erfasste dieser Autor früher als andere. Auch darin ist er ein Chronist seiner Zeit.

Die Konferenz findet in den Sprachen deutsch, englisch und russisch mit Simultanverdolmetschung statt.

Der Eintritt ist frei.

Konferenz: Utopie und Gewalt. Werk und Wirkung des Schriftstellers Andrej Platonow
Datum: 1. bis 2. Dezember 2016
Akademie der Künste | Pariser Platz 4 | 10117 Berlin


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