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Aktuelle Meldung vom 22.02.2017

Geschichte des Kommunismus: Bundesstiftung Aufarbeitung präsentiert zentrale Projekte

2.000 Ausstellungen und weitere Vorhaben zur internationalen Geschichte des Kommunismus

Zum 100. Jahrestag der russischen Februarrevolution 1917 hat die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 22. Februar zentrale Vorhaben zur Geschichte des Kommunismus vorgestellt. Mit Blick auf den Schwerpunkt „Der Kommunismus: Utopie und Wirklichkeit“ der Bundesstiftung Aufarbeitung sagte deren Geschäftsführerin Anna Kaminsky: „Der öffentliche Diskurs zur Kommunismusgeschichte bewegt sich heute meist an den Polen eindimensionaler Verdammung und verklärender Revolutionsromantik und Nostalgie. Dadurch werden die im Namen des Kommunismus weltweit begangenen Verbrechen und die Folgen seiner antidemokratischen Politik in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit kaum thematisiert und vielfach ausgeblendet.“ Die Stiftung setzt sich 100 Jahre nach der Oktoberrevolution mit ihrer Förderung und eigenen Vorhaben verstärkt dafür ein, die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Kommunismus voranzubringen.

2.000 Ausstellungen zum „Kommunismus in seinem Zeitalter“
Die gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum erarbeitete Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ wurde durch den Autor Gerd Koenen vorgestellt. Auf 25 Tafeln beschreibt der Historiker den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegungen im 20. Jahrhundert. Die Schau präsentiert 200 zeithistorische Fotos, Dokumente sowie QR-Codes, die auf zeithistorische Filmdokumente im Internet verlinken. Mehr als die Hälfte der 2000 als Postersets gedruckten Ausstellungsexemplare wurden seit September vergangenen Jahres vorbestellt und werden nun bundesweit ausgeliefert. Die Schau wird im Jahresverlauf in Schulen, Bibliotheken, Volkshochschulen und sonstigen öffentlichen Orten im gesamten Bundesgebiet zu sehen sein. Ab März stehen vier fremdsprachigen Ausstellungsfassungen (Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch) für die Kulturarbeit im Ausland zur Verfügung. Einer breiteren Öffentlichkeit wird die Ausstellung erstmals am 23. Februar im Rahmen der Konferenz „Blinde Flecken in der Geschichtsbetrachtung? Kommunismus im 20. Jahrhundert“ vorgestellt, die die Bundesstiftung Aufarbeitung gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin ausrichtet. Weitere Informationen zur Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“ unter: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/k-ausstellung

Biografisches Online-Lexikon zu Widerstand und Opposition im Kommunismus 1945–91“
Unter www.dissidenten.eu stellt das internationale biografische Lexikon „Widerstand und Opposition im Kommunismus 1945–91“ die Biografien von 150 Männern und Frauen vor, die nach 1945 in Opposition zu den kommunistischen Diktaturen in Osteuropa standen. Länderchroniken sowie zahlreiche Fotos betten die Biografien der Dissidenten in ihren geschichtlichen Kontext ein und machen diese erstmals in deutscher Sprache für Recherchen zugänglich. Die Basis bildete das von der Warschauer Stiftung „Karta“ in Polen herausgegebene Dissidentenlexikon (Słownik dysydentów), dessen Textefür die Webseite übersetzt wurden. Die Texte über die Bürgerrechtler in der DDR hat die Berliner Robert-Havemann-Gesellschaft erarbeitet.