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Aktuelle Meldung vom 23.05.2017

Zum Tode von Hardy Firl

Im Alter von 86 Jahren ist Hardy Firl, Zeitzeuge und Teilnehmer des Volksaufstands vom 17. Juni 1953, nach kurzer schwerer Krankheit am 12. Mai 2017 in Berlin verstorben. 21 Jahre war Hardy Firl alt und bei der Mitropa beschäftigt, als er sich den Demonstrierenden in Ost-Berlin anschloss. Wie Hundertausende andere forderte er die Verringerung der sozialistischen Arbeitsnormen, die Absetzung der SED-Regierung sowie freie Wahlen. Als die Staatsmacht den Volksaufstand niederschlug, wurde Hardy Firl verhaftet und aufgrund eines erzwungenen Geständnisses in einem Schauprozess wegen „Aufruhr und Rädelsführerschaft“ verurteilt. Seine dreijährige Haftstrafe musste er bis zum letzten Tag im Gefängnis Rummelsburg absitzen. Nach seiner Freilassung ging er 1956 zunächst nach West-Berlin, kehrte aber schon zwei Jahre später wieder in seine alte Nachbarschaft zurück und blieb nach dem Mauerbau in der DDR.

Hardy Firl wurde 1994 rehabilitiert, doch seine harte Strafe ließ ihn bis zu seinem Lebensende nicht los. Zugleich war er stolz, am Volksaufstand teilgenommen zu haben. Unermüdlich berichtete Hardy Firl als Zeitzeuge von seinen Erlebnissen um den 17. Juni 1953 und die folgende Haft- und Leidenszeit, ein längeres Zeitzeugeninterview mit ihm ist hier zu finden. Immer wieder beteiligte er sich auch an Veranstaltungen der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Als einer der letzten Zeitzeugen des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 wird er fehlen.