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Aktuelle Meldung vom 14.12.2017

Seit einem Jahr in Haft: Unterstützer rufen Juri-Dmitrijew-Tag aus

Am 13. Dezember 2016 wurde der russische Historiker Juri Dmitrijew, Leiter der Menschenrechtsorganisation “Memorial” im nordwestrussischen Petrosawodsk, unter bislang unbewiesenen Anschuldigungen festgenommen und sitzt bis heute in Haft. Freunde und Unterstützer Dmitrijews haben deshalb in Russland den Jahrestag seiner Inhaftierung zum Juri-Dmitrijew-Tag erklärt, um auf die fragwürdigen Hintergründe seiner Inhaftierung aufmerksam zu machen.

Der Fall des Historikers, der seit dreißig Jahren an der Aufarbeitung der Terrorherrschaft unter Stalin arbeitet und in Sandomorch die Gräber von Opfern der Massenerschießungen in der Zeit des großen Terrors 1937/38 entdeckt hat, hat eine breite gesellschaftliche Bewegung zur Unterstützung Dmitrijews hervorgebracht. Politiker, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure und Musiker haben Protestvideos veröffentlicht, in denen sie Dmitrijew und seine Arbeit verteidigen. Sämtliche Protestvideos in russischer Sprache sind in einer YouTube-Playlist zusammengefasst.

Die Strafverfolgungsbehörden von Petrosawodsk verfolgen den Fall weiter, der Prozess läuft allerdings nur schleppend. Bereits im September war ein Urteil erwartet worden. Bei der letzten Anhörung Ende November wurde die wiederholte Bitte von Dmitrijews Anwalt, die Haft in Hausarrest umzuwandeln, abgelehnt.
Eine ausführliche Darstellung der Aufklärungsarbeit von Juri Dmitrijew und den Hintergründen seines Falls der russischen Historikerin Ekaterina Makhotina findet sich unter: https://erinnerung.hypotheses.org/1331