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Aktuelle Meldung vom 19.12.2017

Ein Leben für Aufarbeitung und Menschenrechte: Zum Tode von Arsenij Roginskij

Arsenij RoginskijDer russische Historiker Arsenij Roginskij ist am 18. Dezember im Alter von 72 Jahren in Israel gestorben. Als Mitgründer und langjähriger Leiter der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL war er einer der führenden Köpfe im Kampf um die Menschenrechte und für die Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen in der Sowjetunion.

Schon vor dem Ende der UdSSR betrieb der im sibirischen Gulag geborene Roginskij historische Aufklärung und veröffentlichte im Samisdat. Falsche Anschuldigungen brachten ihm 1981 eine vierjährige Freiheitsstrafe ein. Doch weder das Gefängnis, noch die Schwierigkeiten, denen er und seine Mitstreiter bei MEMORIAL von staatlicher Seite über Jahre ausgesetzt waren und sind, konnten seinen Lebensmut, seinen Humor und seinen Willen zur Wahrheit brechen.

Für seinen Einsatz erhielt Arsenij Roginskij 2010 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hat mit ihm und seiner Menschenrechtsorganisation über Jahre vielfältige Beziehungen aufgebaut. Unter anderem war Roginskij Autor des Jahrbuchs für Historische Kommunismusforschung. 2005 erschien der von ihm gemeinsam mit der Stiftung herausgegebene Band „Erschossen in Moskau…“ über die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje.

Arsenij Roginskij wird fehlen, als kluge und besonnene Stimme für die Aufarbeitung der kommunistischen Verbrechen und für die Menschenrechte.