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Aktuelle Meldung vom 12.02.2018

Herzlichen Glückwunsch! Rainer Eppelmann zum 75. Geburtstag

Gottesdienst in der Samariterkirche 1982. Foto: Harald Schmitt
Gottesdienst in der Samariterkirche 1982. Foto: Harald Schmitt
Bis zu seinem 17. Lebensjahr konnte sich Rainer Eppelmann, der spätere Pfarrer, DDR-Bürgerrechtler, Abrüstungsminister und Bundestagsabgeordnete, noch frei in Berlin bewegen. Als am 13. August 1961 die Berliner Mauer gebaut wurde, änderte sich für ihn alles: Seine Familie wurde getrennt, seine Schule in West-Berlin konnte er nicht mehr besuchen. Er blieb in Ost-Berlin und machte eine Ausbildung zum Maurer, da ihm der Weg zum Abitur im Osten verweigert wurde. Als er 1966 zur NVA eingezogen wurde, verweigerte er den Wehrdienst mit der Waffe und den sozialistischen Fahneneid. Acht Monate kam er dafür ins Gefängnis und wurde anschließend als Bausoldat verpflichtet.

Nach seinem anschließenden Theologiestudium wurde er Pfarrer in der Ost-Berliner Samaritergemeinde und Kreis-Jugendpfarrer in Berlin-Friedrichshain. Durch die dort veranstalteten Bluesmessen wurde seine Kirche zu einem Anziehungspunkt für viele Jugendliche, die kulturelle und politische Freiheiten suchten, er geriet aber zugleich ins Visier der Staatssicherheit. Wie gegen viele Oppositionelle setzte die Staatsgewalt der DDR Abhöraktionen und „Zersetzungsmaßnahmen“ gegen Eppelmann und seine Familie ein. Das konnte ihn nicht an seiner oppositionellen Arbeit hindern, er organisierte und unterstützte kirchliche Friedens- und Menschenrechtsaktivitäten und wurde zu einer zentralen Persönlichkeit des Widerstands gegen die kommunistische Diktatur in der DDR. 1982 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Dissidenten Robert Havemann den auch in Westdeutschland viel beachteten Berliner Appell „Frieden schaffen ohne Waffen“, der zu einem Manifest der oppositionellen Friedensbewegung in der DDR wurde.

Letztes Treffen der Verteidigungsminister des Warschauer Pakts 1990. Foto: Klaus Mehner
Letztes Treffen der Verteidigungsminister des Warschauer Pakts 1990. Foto: Klaus Mehner
Im Zuge der Friedlichen Revolution gehörte Rainer Eppelmann im September 1989 zu den Mitbegründern der Partei Demokratischer Aufbruch (DA). Am 9. November 1989 erlebte er die Öffnung der Grenze an der Bornholmer Straße hautnah mit. Für den Demokratischen Aufbruch saß er am Runden Tisch und wurde im Februar 1990 als Minister ohne Geschäftsbereich Mitglied der zweiten Regierung Hans Modrow. Nach den ersten freien Wahlen in der DDR am 18. März 1990 wurde Rainer Eppelmann Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung Lothar de Maizière. Der ehemalige Kriegsdienstverweigerer setzte in wenigen Monaten die Abwicklung und Integration der Nationalen Volksarmee der DDR in die Bundeswehr des vereinten Deutschlands um.

Rainer Eppelmann 2017 in Berlin. Foto: Dong-Ha Choe
Rainer Eppelmann 2017 in Berlin. Foto: Dong-Ha Choe
Von 1990 bis 2005 war Rainer Eppelmann Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag. Von 1992 bis 1998 führte er den Vorsitz beider Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Seit 1998 steht Rainer Eppelmann dem ehrenamtlichen Vorstand der von ihm mitbegründeten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vor und wirkt weiter als unermüdlicher Werber für die Demokratie.

Wir gratulieren herzlich zum 75. Geburstag!