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Aktuelle Meldung vom 21.02.2018

Vor 170 Jahren: Das Kommunistische Manifest von Karl Marx und Friedrich Engels erscheint

Marx-Engels-Forum, Berlin-Mitte, 1991, Deutschland; © Harald Hauswald/OSTKREUZ "Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus" – mit diesem berühmten Satz leiteten Karl Marx und Friedrich Engels vor 170 Jahren ihr „Kommunistisches Manifest“ ein. Am 21. Februar 1848 wurde das Traktat im Auftrag des „Bundes der Kommunisten“ erstmals in London veröffentlicht. Das darin entworfene Programm bezog sich primär auf die sozialen Missstände im England des 19. Jahrhunderts: Kinderarbeit, eintönige, gefährliche und schlecht bezahlte Arbeit, Verarmung und Verelendung bestimmten in den Anfangstagen der Industrialisierung das Leben der Fabrikarbeiter. Marx und Engels riefen diese Proletarier zur Parteienbildung auf – nicht, um schrittweise Verbesserungen in den Arbeits- und Lebensverhältnissen zu erreichen, sondern um die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse radikal umzuwälzen.

Die revolutionären Forderungen von Marx und Engels wurden zu Leitbildern für die entstehende Arbeiterbewegung in allen industrialisierten Staaten – dass sie in verschiedenen, sich sogar feindlich gegenüberstehenden Strömungen wie der Sozialdemokratie und dem Kommunismus prägend wurden, zeigt auch die Komplexität und Offenheit ihres Denkens.

Marx selbst gebrauchte den Begriff „Kommunismus“ nach 1850 kaum noch. Dennoch beriefen sich kommunistische Bewegungen in aller Welt auf sein Werk. Mit der russischen Oktoberrevolution begannen sie 1917, die staatliche Macht gewaltsam an sich zu reißen. Ob Lenin, Stalin oder Mao – kommunistische Führer und Parteien auf der ganzen Welt bezogen sich auf das Manifest und auf die Ideen von Karl Marx, um ihre totalitären Regimes ideologisch zu untermauern. War aber der daraus folgende Terror, der mit den Säuberungen und Massenmorden in der Sowjetunion, in China und vielen anderen kommunistischen Ländern einen grausamen Höhepunkt fand, ein zwangsläufiger Schritt auf dem Weg zur „Diktatur des Proletariats“ im Sinne von Marx und Engels? Die Frage, wie viel von ihren eigentlich emanzipatorischen Ideen tatsächlich in den kommunistischen Bewegungen steckte, deren Herrschaftsinstrumente politische Verfolgung und Haft sowie die ideologische Gängelung und Bespitzelung der Bürger waren, wird immer wieder neu kontrovers diskutiert.

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