Aktuelles

Aktuelle Meldung vom 26.02.2018

Podiumsdiskussion am 28.02.: Demokratiebewegung und Erinnerung in Armenien

Der Umgang mit Verfolgung, Repression und Völkermord in der Geschichte Armeniens im 20. Jahrhundert sowohl während der Sowjetzeit als auch nach der Erlangungen der Unabhängigkeit 1991 ist Thema einer gemeinsamen Veranstaltung der Botschaft der Republik Armenien und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am Mittwoch, 28. Februar.

Die Demokratische Republik Armenien war 1918 unabhängig geworden, geriet aber bald durch die Sowjetunion und die Türkei unter Druck, der 1922 zum Beitritt zur UdSSR führte. Die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik erlebte so wie alle anderen zum sowjetischen Machtbereich gehörenden Staaten und Nationen vielfältige Formen der Repression. Dazu gehörten politische Verfolgung, Terror und Massendeportationen ebenso wie die Unterdrückung von Sprache und Kultur und auch willkürliche Grenzziehungen, die neues Konfliktpotential in sich bargen. Erst in der Perestroika konnte offen über den Völkermord gesprochen werden, dem 1915/16 mehr als 1,5 Millionen Armenier zum Opfer gefallen waren. 1987 kehrten nach einer Amnestie Gorbatschows viele politische Gefangene aus sowjetischen Lagern und Gefängnissen zurück und brachten das Thema der stalinistischen Säuberungen und Repressionen ebenso auf die Tagesordnung. 1988 entstand eine der ersten autonomen zivilgesellschaftlichen Bewegungen der UdSSR in Armenien. Nach einen Referendum wurde am 21. September 1991 die staatliche Souveränität Armeniens wiederhergestellt. Mit dem Zerfall der Sowjetunion lebten jahrzehntelang unterdrückte Konflikte wieder auf.

In der Veranstaltung diskutieren der Slawist Professor Gerhard Simon (Universität Köln) und der armenische Wissenschaftler Hayk Martirosyan (Universität Erlangen-Nürnberg) darüber, welche Themen der jüngeren Geschichte während der Sowjetzeit tabuisiert wurden. Welche Rolle spielten die Erinnerung an den Völkermord, die eigenständige Sprache und die Rückbesinnung auf die christliche Religion für die armenische Nationalbewegung in den 1980er Jahren? Welche Rolle spielt die Erinnerung an die stalinistische Repression? Das Gespräch wird moderiert von Rolf Hosfeld (Lepsiushaus Potsdam).

Die demokratischen Bewegungen in Armenien in den letzten Jahren vor dem Zerfall der Sowjetunion und der Umgang mit der Vergangenheit
Veranstalter: Botschaft der Republik Armenien, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Datum: 28. Februar 2018
Uhrzeit: 18 Uhr
Bundesstiftung Aufarbeitung | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Wir bitten um vorherige Anmeldung per E-Mail.