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Aktuelle Meldung vom 28.05.2018

Zum Tod von Ulrich Schröter

© Deutschland Archiv/Clemens Maier-Wolthausen
© Deutschland Archiv/Clemens Maier-Wolthausen
In der DDR zu leben, war für den Theologen Ulrich Schröter eine bewusste Entscheidung: Am Tag des Mauerbaus am 13. August 1961 befand sich der damals 22-Jährige in Westdeutschland; während sein Bruder dort blieb, entschied sich Ulrich Schröter für die Rückkehr. Über viele Jahre lehrte er später am Katechetischen Oberseminar in Naumburg, einer der wenigen kirchlichen Ausbildungsstätten für Theologen in der DDR.

Nach der Friedlichen Revolution 1989 wurde Ulrich Schröter im Januar 1990 als Kirchenvertreter Mitglied im Komitee zur Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Den Innenminister der letzten und einzig frei gewählten DDR-Regierung, Peter-Michael Diestel, beriet er zum Umgang mit der ehemaligen Staatssicherheit.

Ulrich Schröder nutzte die Öffnung der Stasiakten, um intensiv über die Kirche in der DDR und ihr komplexes Verhältnis zum SED-Staat zu forschen. Wie wenige hat er sich in der Folge um die Aufarbeitung der Geschichte von Kirche und christlichem Leben bis 1989 verdient gemacht. Am 24. Mai ist Ulrich Schröter im Alter von 78 Jahren in Berlin verstorben.

Ein langes Interview, das Ulrich Schröter noch im November 2017 mit dem Deutschland Archiv geführt hat, kann hier nachgelesen werden.