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Aktuelle Meldung vom 04.06.2018

Diskussion am 05.06.: Gelenkter Protest? Der Einfluss von SED und Stasi auf die Studentenbewegung

Dritter Teil der Reihe »Das doppelte 1968. Hoffnung – Aufbruch – Protest«

Als der West-Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras am 2. Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschoss, eskalierten die Proteste der westdeutschen Studentenbewegung. Viele Jahre später erst wurde bekannt, dass Kurras zuvor von der DDR-Staatssicherheit angeworben worden war. Der Fall zeigt beispielhaft, wie intensiv das SED-Regime auf die 68er-Bewegung und die von ihr angestoßene gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik einzuwirken versuchte.

Durch finanzielle und logistische Unterstützung, offizielle und inoffizielle Kontakte zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund, Pressekampagnen oder geheimdienstliche Tätigkeit sollte die linke Studentenschaft beeinflusst und instrumentalisiert werden. Doch während Teile der außerparlamentarischen Opposition in den Genossen im Osten Bündnispartner im Kampf gegen den Kapitalismus sahen, standen führende Protagonisten wie Rudi Dutschke dem SED-Staat skeptisch gegenüber und lehnten ihn als »bürokratisch-autoritär« ab.

Welche Auswirkungen hatte die West-Arbeit von SED und Staatssicherheit tatsächlich auf die »1968er«? Darüber diskutieren am 5. Juni Staatssekretär a. D. Knut Nevermann, 1967 Mitbegründer des „Republikanischen Clubs“ in West-Berlin, die Grünen-Politikerin Eva Quistorp sowie die Politologen Professor Helmut Müller-Enbergs und Professor Klaus Schroeder. Das Gespräch wird moderiert von dem Journalisten Alfred Eichhorn.

Die siebenteilige Veranstaltungsreihe „Das doppelte 1968“ beleuchtet den vielschichtigen gesellschaftlichen Wandel der späten 1960er-Jahre in ost-westlicher Perspektive. Dabei werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Aufbegehrens in Politik, Gesellschaft, Alltag und Kultur auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs im Vergleich betrachtet. Die Reihe wird gemeinsam veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft e.V., dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Weitere Informationen unter: www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/1968

Podiumsdiskussion: Gelenkter Protest? SED, Stasi und Studentenbewegung
Datum: 05. Juni 2018
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Bundesstiftung Aufarbeitung | Kronenstraße 5 | 10117 Berlin
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.