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Aktuelle Meldung vom 05.06.2018

Gedenken an das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz in Peking 1989

Gedenken an die Proteste auf dem Tian'anmen - Statue "Göttin der Demokratie" in Hongkong Foto: Felix Sternagel Am 5. Juni 1989 stellt sich in Peking ein einzelner Mann einer Panzerkolonne der chinesischen Volksarmee entgegen. Das Foto, dokumentiert auf der Seite jugendopposition.de , wurde zum weltweiten Sinnbild des Protests des jungen China gegen die kommunistischen Machthaber. In der Nacht zuvor waren die von Studierenden angeführten Proteste auf dem Tian’anmen-Platz, dem "Platz des himmlischen Friedens", mit unvorstellbarer Gewalt niedergeschlagen worden. Bis heute ist nicht bekannt, wie viele Menschen in der Blutnacht von Peking Opfer der harten Haltung der chinesischen Machthaber geworden sind.

Seit Mitte April 1989 hatten täglich zehntausende Studierende für bürgerliche Freiheiten demonstriert, allmählich griffen die Proteste auf die Arbeiterschaft über. Die Kommunistische Partei versuchte erfolglos, die Proteste einzuhegen. Ein Versuch der Armee, den Platz Anfang Juni zu besetzen, wurde von den Demonstranten friedlich gestoppt. Nachdem sich die Situation zunehmend verschärfte, wurden am Abend des 3. Juni von Sicherheitskräften die ersten Schüsse in die Menge abgegeben. Obwohl der Widerstand bereits gebrochen war, fand die Gewalt erst am 5. Juni ein Ende.

Das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz wurde zum Menetekel für die Bürgerrechtsbewegungen in der DDR und in Osteuropa. Bis zuletzt musste bei den Friedlichen Revolutionen befürchtet werden, dass die Machthaber zur sogenannten "chinesischen Lösung" greifen würden, also zur Gewalt gegen die eigene Zivilbevölkerung.

Ein wichtiges Symbol für die Hoffnungen der Protestierenden in Peking war das dort provisorisch errichtete Standbild der „Göttin der Demokratie“. Die von Studenten der Pekinger Kunstakademie errichtete Statue wurde bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste zerstört. Seit Juni 2010 steht auf dem Campus der Chinese University of Hong Kong (CUHK) eine Nachbildung der Statue der "Göttin der Demokratie". Sie ist eines von 119 Denkmälern, Gedenkstätten und Museen in 35 Ländern, die der Band „Erinnerungsorte an die kommunistischen Diktaturen“ vorstellt. Der von Stiftungs-Geschäftsführerin Dr. Anna Kaminsky herausgegebene Band erscheint im August 2018 im Sandstein-Verlag.