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Aktuelle Meldung vom 10.06.2018

"100 Jahre Gründung der Wolgarepublik" - Tagung zur Geschichte der deutschen Minderheit in Russland

Programm zur Tagung Vom 12. Bis 13. Juni veranstalten die Deutsche Gesellschaft e.V., das Nordost-Institut der Universität Hamburg, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und ihre Jugendorganisation sowie die Bundesstiftung Aufarbeitung eine Tagung zur wechselvollen Geschichte der Wolgarepublik.

1918 wurde die Arbeitskommune der Wolgadeutschen gegründet, ein autonomes Gebiet, das 1924 zur Sowjetrepublik erhoben wurde.
Damit wollten sich die Machthaber die Unterstützung nationaler Minderheiten in der Sowjetunion sichern. Außerdem brauchte die Sowjetführung die reichen Ernteerträge der Wolgadeutschen, um die Versorgung in St. Petersburg und Moskau zu sichern.

Das Vorzeigeprojekt entwickelte sich bald zum humanitären Krisenherd: Während des Bürgerkriegs mussten wolgadeutsche Bauern Lebensmittel abliefern und die Rote Armee versorgen. Die Ausbeutung löste ab 1921 schwere Hungersnöte aus, Hungeraufstände wurden brutal niedergeschlagen.

1941 wurden alle Russlanddeutsche der Kollaboration mit Deutschland für schuldig befunden, nach Sibirien, Kasachstan sowie an den Ural deportiert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Bemühungen um eine erneute Autonomie blieben auch nach der vollständigen Rehabilitierung 1964 erfolglos.

Die Tagung "100 Jahre Gründung der Wolgarepublik" wird sich nicht nur mit der kurzzeitigen Autonomie befassen, sondern auch die deutsche Besiedlung in Russland ab dem 18. Jahrhundert sowie die heutige Lage der deutschen Minderheit in den Blick nehmen.

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