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Aktuelle Meldung vom 11.06.2018

Bundesweiter Aufarbeitungskongress fordert Entfristung der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze

Die Entfristung und Erweiterung der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze und des 2. Doping-
Opferhilfegesetzes noch 2018 forderten die 200 Teilnehmenden des Bundeskongresses. Viele ehemals politisch Verfolgte sind heute noch benachteiligt. Vor diesem Hintergrund erklärte
der brandenburgische Ministerpräsident, Dr. Dietmar Woidke, bei der Eröffnung: „Die
Landesregierung wird eine Bundesratsinitiative ergreifen mit dem Ziel, die SED-Unrechtsbereinigungsgesetze so zu novellieren, dass die soziale Lage ehemals politisch Verfolgter der SBZ und DDR verbessert wird.“

Vertreterinnen und Vertreter von Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiative trafen sich
vom 8. bis 10. Juni 2018 in Potsdam zum 22. Bundeskongress der Landesbeauftragten für
die Stasi-Unterlagen, zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Folgen der kommunistischen
Diktatur sowie der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Betroffene dreier
Generationen tauschten sich darüber aus, wie es heute gelingen kann, Erfahrungen mit politischer Verfolgung miteinander zu teilen und in die Gesellschaft einzubringen.

„Geschichte braucht Geschichten, um das damals Geschehene zu verstehen. Daher wollen wir zum Dialog miteinander ermutigen“, sagte die brandenburgische Aufarbeitungsbeauftragte Dr. Maria Nooke.

Mit einer Gedenkveranstaltung am „Mahnmal gegen das Vergessen“ auf dem Friedhof Werder
(Havel) endete der Kongress am Sonntag. Dort wird an acht Werderaner Jugendliche erinnert, die zu Beginn der 1952er Jahre von einem Sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und in Moskau erschossen wurden.